Mittwoch, 29. August 2012

Back to the "Summer of Love" ! (-:


Liebe Tango-TänzerInnen,

der letzte Tag des Sommers, von dem Hamburg eh nicht viel mitbekommt, ist ein Freitag (31.August) und bei dieser Gelegenheit lade ich Euch zu einer Zeitreise zum "Summer of Love" ein! ;)

Wie wir damals mit der Hilfe der Cortinas eine Reise nach Madrid gemacht haben, versuchen wir dieses Mal, eine Zeitreise zurück ins Jahr 1967 zu machen...

Am Freitag (31.Aug.) machen die schon gewohnten Glocken nochmal eine kleine Pause und ich spiele kurze Ausschnitte aus den ausgewählten Lieder vom "Summer of Love" als Cortinas! (-:


(!) Dazu bleibt die Tanzmusik diese Woche ausschließlich traditionell...



Viel Spaß!


Bis Freitag,

Burak


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Den Abend widmen wir natürlich dem Sänger Scott McKenzie, den wir am vorletzten Samstag (18.August.2012) verloren haben...

"If you're going to San Francisco,
be sure to wear some flowers in your hair"




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Die Letzte Tanda kommt am Freitag (31.August) wieder von Florindo Sassone... Und dieses Mal hören wir von seinem Orchester die folgende Lieder:

1) Fuegos Artificiales
2) El Chamuyo
3) Una Noche De Garufa

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p.s.

We were all flower children then...

Auf diesem Foto seht Ihr, wie ich hoch konzentriert einen Blumenkranz aus Gänseblümchen binde... (-:

Die Kunst des Gänseblümchenbindens





Für wen ist denn dieser Blumenkranz? (ô_o)




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UPDATE: (12.09.2012)  (-:

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Der Blumenkranz war selbstverständlich für eine besondere Frau...


Ja, diese freundliche Dame auf dem Foto ist meine erste Tanzpartnerin Larissa*, mit der ich meine ersten Tangoschritte und auch meine ersten Milonga-Besuche gemacht habe...

Wie ihr euch vorstellen könnt, war es nicht so leicht, sie dazu zu überreden, mit mir zu tanzen; aber die Gänseblümchen haben sie zum Glück davon überzeugt..

(-:

Allerdings hat sie leider nach ein paar Monaten nicht nur mich sondern auch das Land verlassen und ist nach Italien ausgewandert.. Tja, ich glaube, dass diese Entscheidung für die Damen (die unglücklicherweise mal mit mir getanzt haben) wahrscheinlich leicht nachvollziehbar ist... :D



Wie bitte?


Das Handzeichen?


Ach, ja... Diese nette Geste steht doch für die Emanzipation der Frauen, auf die wir damals alle bestanden haben!!!

Natürlich haben wir das als Männer immer nur in einem bestimmten Rahmen getan... Oder unter einer spezifischen Voraussetzung, besser gesagt...

Wie Neil Hannon es so klar und deutlich beschreibt:

Wir haben immer Respekt vor den Rechten der Mädels,

"
Who want to take their clothes off
As long as we can all watch
that's OK
"
**

Wie war das alte deutsche Lied? Ach, ja! Genau...  "...Denn wir Mannen lieben Blusen ohne 'l'..." (Wein, Weib und Gesang)

:D

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*Hiermit danke ich der lieben Larissa, nicht nur dafür, dass sie es mir erlaubt hat, dieses Foto hierher zu stellen, sondern vielmals auch dafür, dass sie meine ersten Tangoschritte mit mir mitgelitten hat! (-: Es hat viel Spaß gemacht, wir haben viel gelacht und es war auch sehr schön vor kurzem - aber nach schon sehr langer Zeit -, wieder zusammen auf der Tanzfläche zu schlendern...   - Wie ein alter türkischer Tango sagt, liebe Larissa, "Papatya gibisin, beyaz ve ince" [Wie ein Gänseblümchen bist du, weiß und elegant]... Viele Grüße nach Italien!

** The Divine Comedy, Generation Sex

Mittwoch, 22. August 2012

Die letzte Tanda - 4 - Julio de Caro


Then something happened: a composer emerged, Julio de Caro, who transformed the musical order. He kept tango's rhythm but deepened its melody with an inimitable blend of symphonic and vernacular.

With a populist touch that honored buglers and organ-grinders and once even music boxes, he took pleasure both in European high culture and in Buenos Aires street textures. De Caro saw no contradiction in pleasing Italians who wanted bel canto and creoles who wanted a beat. He played the tango with well-trained performers who could read and write music. Many were Italo-Argentine, familiar with Rossini as well as milonga.

De Caro's accomplishment, blending concert and street, was extremely provocative.

Robert F. Thompson, „Tango, the art history of love

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Liebe Tango-TänzerInnen,

Julio De Caro, eine der wichtigsten Figuren der Tangogeschichte, wurde 1899 als zweiter Sohn von zwölf Kinder einer Italienischen Familie in Buenos Aires geboren... Ein begabtes Kind, das mit seinem Orchester ab 1924 eine tragende Rolle in der instrumentellen Tangomusik spielte, die – nach Julio Nudler - nur mit dem Einfluss von Carlos Gardel auf den Tangogesang verglichen werden kann.

Sein Vater, Jóse, war der Leiter des Konservatoriums vom Teatro della'Scala de Milano und er kümmerte sich sowohl um die musikalische Ausbildung seiner Söhne, als auch darum, dass seine Kinder studieren. Es war sein Wunsch Julio Klavier und sein Bruder Francisco Geige spielen lernten.

Was hält denn er in der Hand?*
Ein erster Verrat der beiden Brüder am Vater war der Tausch dieser beiden Instrumente...

Nachdem Julio 1917 im Palais de Glace (in Recoleta) Roberto Firpo beim Canyengue-Spielen gehört hatte, stand der zweite Verrat fest: die Brüder haben dann angefangen, Tango (bzw. im Tango-Orchester) zu spielen.

Als der Vater dies erfuhr und auch, dass Julio sich weigerte, Medizin zu studieren, wie sein Vater von ihm erwartet hatte, warf er den 18-jahrigen Julio aus dem Haus und Francisco folgt seinem Bruder.

In seinem ersten Orchester, gegründet 1924, kommen drei De Caro Brüder zusammen: Julio und Emilio an den Geigen, Francisco am Klavier und Unterstützung von Luis Petrucelli (der kurze Zeit später von Pedro Laurenz ersetzt wurde) und Pedro Maffia an den Bandoneóns.



Er hat 1924 seine erste Aufnahmen (einschließllich zwei eigner Kompositionen - "Todo corazón" und "Pobre Margot" - ) gemacht und in den folgenden dreißig Jahren hat er 420 Lieder aufgenommen. Der Großteil dieser Aufnahmen sind aus den Jahren von 1924 bis 1932 und bei dieser Gelegenheit will ich sagen, dass ich persönlich die Tangos aus den späten 20er und frühen 30er sehr gerne höre und zu ihnen mit großem Spaß tanze... :)

Sein Ruf eilte De Caro schon 1928 international voraus. (Bis 1928 hatte er für die Victor Company gespielt und dann hat er zum Brunswick Company gewächselt.)

Am Freitag (24.Aug.) in unser letzten Tanda hören wir drei besondere Aufnahmen von De Caro und zu ihnen tanzen wir die letzte Tangoschritte des Abends... ;)

(1) Zunächt kommt 'el monito', eine Komposition von De Caro, die ein gutes Beispiel für sein großes Geschick ist, wie er das Volkstümliche und das Alltägliche mit seinem einzigartigen Fingerspitzengefühl mit der „hohen“ Kunst verbindet.. Das ist das "Provokative" in seiner Musik, wie es von R.F.Thompson treffend so beschrieben wurde.

(2) Danach hören wir „boedo“, wieder eine eigne Komposition von De Caro, ein Lied, das (zusammen mit 'buen amigo', 'derecho viejo' und 'el monito') zu einem der von ihm meist aufgenommenen Titel gehört... (Jeweils vier Mal!) Die erste Aufnahme aus dem Jahre 1928, die wir am Freitag als das vorletztes Lied hören werden, verkörpert nach Oscar Del Priore die musikalische Evolution, die von der De-Caro-Schule zu dieser Art von Musik gebracht wurde. Ich glaube, dass ist es, was R.F.Thompson mit diesen Worten meinte: „a composer emerged, Julio de Caro, who transformed the musical order“!

(3) Seine große Kunst allerdings kann man am Besten durch sein Meisterwerk 'mala junta' (eine Komposition von De Caro und Laurenz) erfahren.. Da sind so viele Besonderheiten versteckt, dass sie sich hier nicht kurz genug zusammengefassen lassen...**

Diesen besonderen Tango hören wir, wie er Ende 1927 zum ersten Mal aufgenommen wurde...

Mit Gelächter fängt das Lied an und ich wünsche mir, dass der Trainingsabend für Euch auch so endet... :-)

Bis Freitag,

Burak



Strohgeige
* Das Instrument

Das ist eine Strohgeige, die nach ihrem Erfinder Johannes Matthias Augustus Stroh (1828-1914) so benannt wurde, aber die auch als Phonogeige oder Cornet-Violine bekannt ist. Die "normale" Geige war für die frühe Aufnahmetechnologien viel zu leise. Die Strohgeige war dann eine Lösung in den 20ern, um ihren Laut stärker zu machen. Julio De Caro wurde 1925 mit diesem Instrument vom U.S.Amerikanischem Jazz-Musiker Paul Whiteman bekannt gemacht und er spielte es in den 20ern (vermutlich auch bei der Aufnahmen von 1927 und 1928, die wir am Freitag hören werden).


** Mala Junta

He [De Caro] kept the music flowing, with changes in mode and in texture.

These gifts are audible in 'Mala Junta' (Bad Crowd), a barrio tone poem recorded on September 12, 1927. 'Mala Junta' opens with laughter, two-part whistling of a tune, and classical piano. So far the music is not tango; there is no syncopation. The F-sharp major tune in fact sounds neapolitan, like a fugitive canzonetta. De Caro, open to street sound, an acoustical universe of whistling and laughter, is using it to build a provocative introduction. Then, bam – Pedro Laurenz comes in like an army on bandoneón, playin classical sixteen-note counterpoint over syncopated accompaniment. He has switched to F-sharp minor. The swirling intensivity of his bandoneón is amazing: he electrifies everything. Bandoneón has come of age in the discourse of tango.


Mala Junta
Meanwhile pizzicati underscore the straight four. 'Mala Junta' is a transforming tango, major to minor, Neapolitan to poteño, informal to classical. There is a section of rhythm and a section of lyricism, each rounded off with two notes at the end. These punctuating notes are the chan-chan, the tango beat signaling an ending.

De Caro plays with time. Led by the bandoneón, three eight notes slow down, briefly suggesting a shift into waltz time – into six-eight – then immediately returning to the four. It's a metrical conceit that differs from, say, the music of Spain, where old genres like canario strictly alternate bars in three-four and six-eight; here the shifts is mixed and spontaneous.

At one point in 'Mala Junta' there is a solo in the high register of the piano that sounds like a music box. The coposer is not afraid to mix vernacular with high purpose. That is his genious: to arouse countermusics.

Robert F. Thompson, „Tango, the art history of love

Dienstag, 19. Juni 2012

Der Abschiedstrainingsabend am 22. Juni!


Liebe Tango-TänzerInnen,


wie Ihr schon wisst, verabschieden wir uns diesen Monat leider vom alten Raum des 'el abrazo'


Aber glücklicherweise hat das el abrazo schon ein neues Zuhause, in dem wir nach den Sommerferien weitertanzen können :)


- Die künftige Adresse vom el abrazo: Beerenweg 1D, 22765 Hamburg -




Nach zwei wunderschönen Abschiedsmilongas des el abrazo feiert nun auch der Trainingsabend am 22. Juni seinen Abschied von der Harkortstraße 125.


Wie damals beim Jubiläum dauert der Trainingsabend bei dieser besonderen Gelegenheit eine Stunde länger, bis 23:00!


Ort: im 'el abrazo' (Harkortstr. 125, HH)
Zeit: 20:00-23:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas
Eintritt: 5 € pro Person


In diesen drei Stunden warten zwei schöne türkische Tandas, ein paar Kleinigkeiten zum Naschen und (statt der schon gewohnten Glocken) dieses Mal auch "echte" Cortinas auf Euch!!! ;)


Nach dem Abschiedstrainingsabend am Freitag (22. Juni) finden bis August keine Trainingsabend mehr statt! Nach dem Umbau des neuen Raums treffen wir uns aber wieder!!! (-:



Bis Freitag,


Burak

Mittwoch, 13. Juni 2012

Die letzte Tanda - 3 - Carlos Di Sarli

Liebe Tango-TänzerInnen,

Carlos Di Sarli, der Achte von neun Söhnen einer uruguayischen Mutter und eines italienischen Vaters, wurde 1903 geboren.

Als er 13 war, verlor er wegen eines Unfalls im Waffengeschäft seines Vaters eines seiner Augen. Danach hat er nur noch schwarze Brillen getragen, um diesen 'Defekt' zu bedecken...


Alberto Paz und Valorie Hart beschreiben sein Unglück so: "His dark glasses and reserved demeanor fueled unfair and unfounded inuendos. Saying his name was considered bad luck (yeta). This caused him considerable grief throughout his controversial artistic life."


Trotz dieses Unrechts wissen Tango-TänzerInnen, dass er nicht umsonst "El Señor del Tango" heißt, und wie Juan Carlos Copes so schön sagt: sein Piano ist "the most tanguero of all"!


Keith Elshaw sagt, "when I meet a new person I am interested in dancing with, I pray that they put on Di Sarli so I can get her to slow down, open up and know my way of moving. He really gives great places to go and things to say." Letztendlich, wie Néstor Fernándey erklärt, "the rhythms of an orchestra tell dancers how to move. [...] [D]ancing to di Sarli, you'll walk and you'll stop, making elegant pauses" und eine Pause machen können ist sehr wichtig! Nach Carlos Gavito, "Tango is what happens between steps"!!! ;)

Über Di Sarli braucht man nicht viel sagen.. Ob man sein Orchester beim Hören erkennt oder nicht, ist auch nicht so wichtig.. Was zählt ist nur das: Wenn sein Orchester spielt, bittet seine Musik ganz zart unsere Seele zum Tanz und führt uns auf die Tanzfläche.. Mehr erfolg braucht kein Künstler, glaube ich..

Wir widmen diesen Freitag (den 15. Juni), unsre letzte Tanda, dem El Señor del Tango:

(1) Zunächst hören wir eine Komposition von Di Sarli, "Nido Gaucho", dessen Text von Héctor Marcó (1906-1987) - dem "emblematic lyricist" von Di Sarli - geschrieben wurde. Die Aufnahme, die ich ausgewählt habe, ist aus dem Jahr 1942 und der Sänger ist der junge Alberto Podestá (1924 -), der damals noch 18 war.

Alberto Podestá erzählt, wie aufgeregt er war. als er von Di Sarli eingeladen wurde:

"
When I was working at that place [Singapur cabaret], one evening somebody brought me a card, it had been handed to the waiter by a gentleman named Vázquez, that was Carlos Di Sarli's agent. He wanted me to meet him at a nearby barroom after my show was over. At the beginning I held it in my hands. As I realized I was creasing it, I put it into my pocket. Since the time the card was handed to me until the end of my performance my body was shivering. But I swear that I sang as never before. Imagine, to have the chance of singing with Di Sarli before I were 18. It was like a dream come true!
"

NIDO GAUCHO
"
Luciendo su color de esperanza, 
viste el campo 
su plumaje. 
Y el viento hace vibrar sus cordajes 
en los pastos 
y en la flor... 
Yo tengo mi ranchito en la loma, 
donde cantan los zorzales... 
Margaritas, 
y rosales 
han brotado 
para ti... 
Porque un día será ese nido gaucho 
de los dos...
Florecerán mis ilusiones... 
Y se unirán los corazónes... 
Dime que sí!  
Que la noche pampera abrirá 
y su rayo de luna pondrá 
luz de amor en tus ojos... 
No digas no! 
Que el dolor secará mi rosal 
y en la cruz de mi rancho el zorzal 
morirá por tu amor.


Mañana cuando el sol se ilumine 
entre gotas de rocío, 
el llanto de este cariño mío 
sobre el trébol pisarás... 
Recuerda que por tí lo he vertido 
y si sientes mi tormento, 
Golondrina! 
cara al viento 
tus dos alas 
abriras... 
Y de un solo vuelo mis tristezas 
matarás. 
"


[Gaucho nest
"
Shining its colour of hope, 
the countryside dresses 
up beautifully. 
And the voice of the wind vibrates 
on the grass 
and on the flower… 
I have my little ranch on the hillock, 
where the thrush sing… 
Daisies, 
and rosebushes 
have sprout 
for you… 
Because one day this gaucho nest will be 
yours and mine…
My aspirations will flourish… 
And our hearts will unite… 
Tell me yes! 
Then the prairie night will open 
and its moon ray will create 
loving light in your eyes… 
Don't say no! 
Because the pain will dry up mi rosebush 
and the thrush will dye on the cross of my little ranch 
for your love .


Tomorrow when the sun will shine 
between the dew drops, 
the weeping of my affection 
over the clover you will step on… 
Remember that I have cried for you 
and if you feel my torment, 
Beatiful swallow! 
face to the wind 
you will open 
your wings… 
And with only one flight my sadness 
you will kill.
"
Übersetzung: Cristina and Vicente Muñoz]


(2) Dann kommt "Don Juan", eine Komposition von Ernesto Ponzio (1885-1934) - "El Pibe" (The Kid) -, die er angeblich 1898 wirklich als Kind komponiert hat. Die Geschichte des Lieds könnt ihr von Roberto Selles erfahren.

Die beste Interpretation von Don Juan ist die von Di Sarli. Wir hören als zweites Lied dieser Tanda eine Aufnahme von ihm aus dem Jahr 1955.

(3) Zuletzt kommt ein Di Sarli Klassiker, "Bahía Blanca". Ein Lied gewidmet dem Ort, wo er seine Kindheit verbracht hat und wo er schon 1919 sein erstes Orchester gegründet hat...

Robert Farris Thompson beschreibt Bahía Blanca sehr schön:

"
The strings make their entrance with Zen-like economy. Out of the blue comes a strong phrase, like a reverse falling star, moving from bass to high register. It recurs, this time softly. Di Sarli is recalling where he lived as a child. Breaking the canon of bereftness. 'Bahía Blanca' proffers the past as a luminous cameo.
"


Es ist einfach purer Genuß, der uns erwartet...

Ricardo García Blaya fasst sehr schön die Besonderheit seiner Kunst zusammen:

"
El Señor del Tango was absolutely respectful of melody and the spirit of the composers of his repertoire, embellishing the orchestral instrumentation with nuances and subtle details, staying away from the false contradiction that existed between the evocative traditional tango and the avant-garde stream.

Carlos Di Sarli was the final piece of the puzzle of tango in the 40s, that made neither concessions to strident fashions, nor to rhythmic extravagances and who, however represented with extreme delicacy, the interpretative paradigm of danceable tango.
"


Die Sarli starb 1960.

Wie Troilo 'beklagt', "el ciago se llevó el secreto a la tumba" [the blind man took his secret away to the tomb].


Er hat aber viele tolle Aufnahmen hinterlassen und drei von ihnen werden wir diese Woche in unserer letzten Tanda hören..


Nicht vergessen, Carlos Gavito hat uns einen sehr wichtigen Hinweis übers Tango-Tanzen gegeben: "When a man dances, the woman must be a queen. Only that way can he be a king."


Di Sarli bildet mit seiner Musik die schönste Basis für unser "Königreich" und Dank Gavito wissen wir jetzt auch Bescheid, wie es weiter läuft! ;)

Viel Spaß!

Burak

Mittwoch, 6. Juni 2012

Noch ein Atem aufs Leben...

The Tree of Life* - Gustav Klimt


"hayat kısadır derler ya.... hanım öldükten sonra anladım ki.... çok uzun.... (...) 


elimden gelse hâlâ dünyayı düzeltebilirim.... ama, bacaklarım eskisi gibi iyi çekemiyor beni....


bilmiyorum....


sadece her gün biraz daha nefes almak istiyorum. o kadar.


ne kadar uzun olursa olsun bu hayatı yaşayabilmek için...."

["man sagt ja, dass das leben kurz ist.... aber nachdem meine frau gestorben ist, habe ich begriffen.... es ist sehr lang.... (...)


wenn ich die kraft hätte, könnte ich noch immer die welt in ordnung bringen.... aber meine beine tragen mich nicht mehr so gut wie früher....


ich weiß nicht....


ich will nur jeden tag etwas mehr atmen. das ist alles.


um dieses leben leben zu können, egal wie lang es ist."]

(Übersetzung: Burak Kara)


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Liebe Tango-TänzerInnen,


von einem alten Mann hören wir diese Worte, im Film "Gökten Üç Elma Düştü" (Drei Äpfel fielen vom Himmel) des türkischen Regisseurs Raşit Çelikezer.


Ob das Leben zu kurz oder zu lang ist, ist manchmal schwer zu entscheiden. Was ich aber weiß, ist das: das Leben, jedes bewußtes Leben, ist eine Suche ohne Ende, eine Suche nach Sinn in einem unberechenbaren Zusammenspiel von Zufällen, Zwängen und Entscheidungen... Ein ruheloser Kampf mit und zwischen Kopf und Herz!


Es ist nicht leicht, sich dem Leben zu stellen. Deswegen versuchen wir, vor ihm davonzulaufen. Obwohl man vor dem eigenen Leben niemals davonlaufen kann.



Letztendlich ist es ja das Leben und nur dieses Leben, was wir in der Hand haben.


...


Vor ein paar Jahren hatte ich die Chance, das Theaterstück "Peer Gynt" vom norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen (1828-1906) im Thalia Theater anzuschauen.


Die Geschichte von Peer Gynt ist eine Geschichte der Angst vorm Leben (vielleicht vor der Unmöglichkeit des Lebens), die Geschichte einer Verschleppung der Konfontation, ein Fluchtversuch...



Wir hören viele Geschichten von Peer. Lügt Peer? Wir wissen nicht, welche davon wahr sind, welche nicht, oder inwieweit... Man lebt, erlebt, träumt, wünscht, findet, verliert, sucht. Man sammelt Träume und Erlebnisse, und macht daraus Geschichten in denen sich beides vermischt...


Und die Welt dreht sich, unabhängig von den Menschen, einfach weiter und weiter. Sie tanz ihren eigenen Walzer und wir unseren eigenen auf ihr.


Peer verliert sich, weiß nicht mehr, wer er ist. Als er muss, kann er nicht mehr beweisen, dass es einen Peer gab und gibt.. Doch dann findet er sich da, wo er sich verloren/verlassen hat.


Wo war es?


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Der berühmte norwegische Komponist Edvard Grieg (1843-1907), ein Zeitgenosse von Ibsen, hat zwei Peer-Gynt-Suiten komponiert. Die erste enthält ein Stück, das "Anitras Tanz" heißt. (Das Stück ist eigentlich eine Mazurka, die auch einen 3/4 Takt hat, wie der Walzer.)


Zunächst tanzen wir in einer zweier Tanda zum musikalischen Hauptthema des Films, "Die Ewigkeit und ein Tag". Dann lade ich Euch diesen Freitag (08.Juni) auch zu einem Walzer zum "Anitras Tanz".


Noch ein Atem aufs Leben! ;)


Apropos Atem... Vom norwegischen Tubaspielers Oystein Baadsvik (1966-) hören wir am Freitag "Anitras Tanz".


Viel Spaß! ;)


Bis Freitag,


Burak




*
"
For Klimt, it [ the Tree of Life] is a symbol in which all the motifs important to him are united, from flower to woman, from the death of vegetation to the rebirth of the seasons. Trees and women intermingle in paradise, in a magical world in which people dance and love one another, in which women become trees, (...) grow and spread through the whole of nature. (...) The girl dancing under one of the trees represents Expectation. The couple embracing beneath the other tree represents Fulfilment. And, of course, death too is present, as might be expected in Klimt's or Freud's version of the normal life-cycle, to be observed in the form of the birds of prey sitting in the tree of life.
"

(Quelle: http://www.all-art.org/symbolism/klimt4.html)

Mittwoch, 22. Februar 2012

Das zweite Treffen auf der Ägais!

Liebe Tango-TänzerInnen,

diesen Freitag findet das zweite Treffen auf der Ägais statt! :)

Wie im Juni setze ich auch diesen Freitag (24.Feb.) eine imaginäre Insel auf die Ägäis, für 7 Minuten und 58 Sekunden; eine Insel, die zu keinem Land gehört, keine Grenzen kennt, und auf der nur die schönen Tango-Schritte erlaubt sind..

Allerdings kommen die Melodien, zu denen wir diesen Freitag tanzen werden, kommen aus anderen Ecken..


Haris Alexiou

Zunächst hören wir "Tango to Evora" von der kanadischen Musikerin und Komponistin Loreena McKennitt (1957 - ).

Aber das Lied heißt dieses Mal "To Tango Tis Nefelis" und gesungen wird es von der griechischen Sängerin Haris Alexiou (1950 - ).


Sezen Aksu
Das zweite Lied ist "Ausencia" vom jugoslawischen Musiker und Komponisten Goran Bregović (1950-) und dem Musiker Teófilo Chantre (1964-) aus Kap Verde, das wir aus berühmten Film von Emir Kusturica (1954-) "Podzemlje" (Underground) sehr gut kennen.

Und dieses Lied hören wir am Freitag von der türkischen Sängerin und Liedmacherin Sezen Aksu. Das Lied heißt dieses Mal "O Sensin"...

Ich wünsche Euch einen genussvollen Tanz mit diesen schönen Lider! ;)

Bis Freitag,

Burak

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Ist La Cumparsita ein "Hochzeitsmarsch?"

Liebe Tango-TänzerInnen,

ich weiß nicht, ob es in anderen Ländern eine ähnliche Assoziation gibt, aber in der Türkei denkt man am ehesten an eine Hochzeit, wenn man "La Cumparsita" hört. Denn "La Cumparsita" war (und ist) oft das erste Lied, zu dem das neue Paar seinen ersten Tanz tanzt und deswegen ist dieses Lied in der Türkei auch unter dem Namen "Hochzeitsmarsch" bekannt.

La Cumparsita
Ob man auch in anderen Länder bei Hochzeiten zur La Cumparsita tanzt, ist nicht so wichtig. "La Cumparsita," dieses fast hundert Jahre alte Lied, ist auf jeden Fall ein Lied, dessen Melodie irgendwann irgendwie von fast allen Ohren der Welt wenigstens ein Mal gehört wurde, und dessen Melodie berühmter als sein Name und viel berühmter als sein Komponist ist..

Deswegen müsste man eigentlich mit La Cumparsita anfangen, wenn man eine "historisch-vergleichende" Tangoübung macht, wie wir sie vor kurzem mit "el choclo" gemacht haben.

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Gerardo H. M. Rodríguez
Gerardo Hernán Matos Rodríguez (1897-1948) hatte diesen berühmten Tango 1916 komponiert und La Cumparsita wurde zum ersten Mal bereits 1916 von Roberto Firpo (1884-1969) gespielt und aufgenommen. Roberto Firpo wußte nur, dass der Komponist Gerardo heißt, aber nicht mehr..


La Cumparsita ist ja letztendlich ein Lied, das, sozusagen, von Anfang an seine eigene "Karriere" hatte.. :-)


Ab den 20er Jahren wurde das Lied immer berühmter und beliebter, aber sein Komponist, Rodríguez, musste bis 1948 kämpfen, um die Urheberrechte an diesem Stück zu bekommen.


Trotz dieser Beliebtheit findet nicht jeder das Lied so gut: Zum Beispiel, Astor Piazzolla (1921-1992); er gibt zu "La Cumpartsita" den folgenden Kommentar:

Astor Piazzolla
"
It's the most frighteningly poor thing in this world - speaking of the D-C-A-F rhythm - Nevertheless, if you add a bass note to enrich it and pour on top of it the melody, you can create a counterpoint that raises the conventional melody. It is like an ugly person that dresses nicely, it improves his looks. That's how La Cumparsita is improved. With good clothes.
"


Aber Francisco Canaro (1888-1964), zum Beispiel, ist da anderer Meinung:

"
Francisco Canaro
La cumparsita... has the peculiar virtue that its musical structure wonderfully lends itself to be embellished  by orchestrations of higher level, everything fits well with La cumparsita: counter melodies for violins, variations for bandoneóns and other important instruments, besides other attractive musical effects that arrangers and leaders ably take advantage of for showcasing their own outfit. Each leader of a tango orchestra has his own arrangement, his personal rendition of the celebrated tango. And, proudly, he is convinced that his authorized rendition of La cumparsita is the best in existence.
"


Na ja.. Wir lassen die Meister allein mit ihren Argumenten über die technischen Einzelheiten/Besonderheiten des Liedes und genießen einfach das Endprodukt! ;)


Ich widme diesen Freitag (16.Dez.) dem Lied "La Cumparsita" eine Tanda.

Natürlich gibt es hier die Qual der Wahl! Nachdem ich viele Versionen öfters gehört habe, habe ich mich für die folgenden drei entschieden:

1) Wir fangen an mit der alten (ersten) Aufnahme von Roberto Firpo (1916). Mal schauen, wie damals der Tango klang ...

2) Dann hören wir eine Version von Francisco Canaro aus der "Goldenen Ära" (1951) ...

3) Die dritte und letzte Version kommt von Cuarteto Tanguardia (200?): eine französische Truppe, die gerne Piazzolla spielt ...


Viel Spaß! ;)

Bis Freitag,

Burak

Dienstag, 13. Dezember 2011

Der letzte Trainingsabend des Jahres: am 16. Dezember

Liebe Tango-TänzerInnen,

wie geplant, findet der nächste Trainingsabend wieder am Freitag (16.Dez.) statt. Das ist auch leider der letzte Termin des Jahres. (Der nächste Trainingsabend findet am 13. Januar statt.)

Ort: im 'el abrazo'
Zeit: 20:00-22:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas*
Eintritt: 5 € pro Person

Wir freuen uns schon auf Euch! :)

Beste Grüße und bis Freitag,

Im Namen der Schüler-Initiative
Burak Kara


*Über die Musik beim Trainingsabend lesen Sie den kurzen Text mit dem Titel "Die Musik" auf der rechten Seite.

Mittwoch, 30. November 2011

Die letzte Tanda - 2 - Florindo Sassone

Liebe TangoTänzerInnen,

Florindo Sassone
Sassone, geboren 1912, hat sich schon als Kind für Musik interessiert. Von seinem Vater bekam er seinen ersten Violinunterricht und fing an, in Cafés zu spielen. Er wurde Mitglied der Orchester Antonio Politos und Ropberto Firpos; gewandelt hat sich sein Leben aber erst entscheidend als er in Osvaldo Frasedos Orchester zu spielen begann – das Orchester, in dem er "his way of feeling tango" (Néstor Pinsón) fand.

1935 gründete er dann sein eigenes Orchester, aber alle Anstrengung half nichts: die Berühmtheit ließ auf sich warten; der Konkurrenzkamp war hart und die Wettbewerber stark. Francisco Canaro, Francisco Lomuto, Roberto Firpo, Julio De Caro, Edgardo Donato, Juan D'Arienzo, und viele andere kämpften um Aufmerksamkeit.

Von 1940 bis 1946 unterbrach er seine Musikerkarriere und verbrachte sechs Jahre mit geschäftlichen Unterfangen. 1947 gründete er sein Orchester neu und kehrte erfolgreich in die Tangowelt zurück.

Sassones schicksalhafte Wende kam jedoch mit der Entdeckung des jungen Sängers Jorge Casal (1924-1996). Die Berühmtheit, für die Sassone seit Langem gekämpft hat, konnte er erst mit Casal erreichen. Allerdings war es nicht so leicht für ihn, das so zu akzeptieren.

Er schuldet Casal vielleicht für seinen "Boom" Dank, aber das darf auf keinen Fall  seinen außerordentlich guten Musikgeschmack und seinen hartnäckige Fleiß für die Perfektion seiner Musik in den Schatten stellen..

Wie Néstor Pinsón so schön beschreibt, "He cultivated an authentic kind of tango with a strong preference for the purity and clarity of the melodic line, framed within the attractive elements of a lucid play of sound resources, always pleasant and with a carefully polished design."

Ich habe zunächst seine Musik gehört, dann ein bisschen etwas über Ihn gelesen. Wenn ich an seine Musik denke, fällt es mir schwer, zu verstehen, wie und warum sein Orchester nicht zur Riege der erstklassigen Orchester zählt. Statt diese Frage hier allerdings einfach so stehen zu lassen, bringe ich Euch seine Art näher, so dass wir darüber zusammen nochmal etwas nachdenken können:


Florindo Sassone - Bien Milonguero (v.1)
Wir werden am Freitag (02.Dez.) zu Sassones Musik tanzen, zunächst aber ohne Gesang.

Vor 11 Jahren wurden 40 instrumentelle Aufnahmen von Sassone in zwei CDs unter dem Titel "Bien Milonguero" zusammengestellt und wir werden in unserem lezten Tanda am Freitag vier sehr schöne Beispiele aus ihnen hören:

1) El Amanecer (Roberto Firpo)
2) Organito de la tarde (Cátulo Castillo)
3) Sentimiento Gaucho (Rafael Canaro & Francisco Canaro)
4) El Choclo (Ángel Villoldo)


Viel Spaß beim Tanzen! ;)

Burak

Mittwoch, 16. November 2011

Die letzte Tanda - 1 - Alberto Castillo

Liebe Tango-TänzerInnen,

Alberto Castillo
Alberto Salvador De Luca, der Sohn einer italianischen Immigrantenfamilie wurde 1914 im Stadtteil Mataderos in Buenos Aires geboren. Wenn er in einer Pause seiner Tangokarrierre nicht Medizin studiert hätte, hätte er die Eltern von Ofelia Onato ganz sicher nicht davon überzeugen können, ihm ihre Tochter zur Frau zu geben. Mit seinem Studium konnte er ihre Eltern jedoch für sich gewinnen, aber eigentlich war er doch immer nur der Sänger mit einer besonderen Stimme, von der wir uns auch heute noch in zahllosen Aufnahmen überzeugen können.

Letztendlich wäre auch sein Vater nicht so begeistert gewesen, hätte er gewusst, dass sein Sohn heimlich eine Karriere als Tangosänger begann und bereits während der 30er Jahre unter den Spitznamen "Alberto Dual" und "Carlos Duval" mit den Orchestern von Julio de Caro (1934), Agusto Pedro Berto (1935) und Mariano Rodas (1937) sang.

Er hat zunächst gesungen, dann eine Pause eingelegt und währenddessen sein Medizinstudium beendet. Er war tagsüber der Frauenarzt Alberto Salvador De Luca, nachts aber der Tangosänger Alberto Castillo, der die Herzen der Frauen eroberte.

Seine ersten Aufnahmen mit Ricardo Tanturi erschienen am 8. Januar 1941, der Tango-Vals "Recuerdo" war sein erster Hit. Und von da an war "Alberto Castillo" sein letzter Bühnenname, unter dem man ihn bis zu seinem Tod kannte.

Schön, dass er sich mit seiner besonderen Stimme für den Tango entschieden hat und dass er bis zu seinem Tod (2002) weiter gesungen hat.

Diese Woche reisen wir zurück in die 40er und hören in der letzten Tanda des Trainingsabends drei Tangos, die Alberto Castillo mit Ricardo Tanturi aufgenommen hat:


1) Mi Piba (Rodolfo Sciammarella / Manuel Romero)

2) Pocas Palabras (Ricardo Tanturi / Enrique Cadícamo)

3) Cuatro Compases (Atilio Bruni / Oscar Rubens)


Bis Freitag,

Burak

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Der Trainingsabend feiert sein 1. Jubiläum!!! :D - am 21. Oktober

Liebe TangoTänzerInnen,

wie geplant, findet der nächste Trainingsabend am Freitag (21.Okt.) wieder statt.

Ort: im 'el abrazo'
Zeit: 20:00-23:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas
Eintritt: 5 € pro Person


Warum dauert der Trainingsabend dieses Mal 3 Stunden?


Wir feiern einen Geburtstag!!! :D


Eine türkisch-holländisch gewürzte Feier zum 1. Geburtstag des Trainingsabends!

Wer hätte gedacht, dass es so weit kommen könnte, als die 'neue' Trainingsabende vor einem Jahr (am 22.Okt.2010) angefangen sind.

Doch haben wir aber es geschafft, den Trainingsabend ein Jahr lang regelmäßig zu veranstalten und ihn aufrecht zu halten! :-)

Zum Feiern veranstalten wir am 21. Oktober den Trainingsabend dieses Mal drei Stunden (20:00-23:00) zwischendurch mit Musik aus der Türkei und Niederlande zum Tanzen und nebenbei mit ein paar türkischen und holländischen Kleinigkeiten zum Naschen...

In der ersten Stunde tanzen wir fast nur zur klassischen Tangomusik und gegen Ende der ersten Stunde haben wir eine Tanda-voll argentinische Tangos, die von drei holländischen Orchester gespielt sind: 1) La Cumparsita (G.M.Rodríguez) von Sexteto Canyengue, 2) TBC (E.Donato) hören wir von Tango Dorado, und 3) Malena (L.Damare) von Quarteto Rotterdam (eine sehr schöne Aufnahme mit Solo-Klavier gespielt von Judy Ruks).

In folgenden zwei Stunden hören wir unter argentinischen Tangos auch

a) eine Tanda mit drei türkischen Tangos: 1) "Özleyis" (Sehnsucht), gespielt von Cihat Aşkın (Geige) ve Mehru Ensari (Piano); 2) "Mazi kalbimde bir yaradir" (Die Vergangenheit ist eine Wunde in meinem Herz) "orientalisiert" gespielt von İncesaz; und 3) "Ölsem de bir, kalsam da bir" (Es macht keinen Unterschied, ob ich sterbe oder weiter lebe), ein altes Pop-Lied als Tango interpretiert und gesungen von Zuhal Olcay;

b) das Lied "Kedim" (meine Katze) von Ezginin Günlüğü als Non-Tango;

c) und eine besondere Aufnahme von Oblivion (gespielt vom Istanbul Academia Project) als Neo-Tango, in der die Musik von Piazzolla mit der sufitischen Ney trifft;


Am Ende unseren letzten Vals-Tanda tanzen wir zu einem spanischen Vals, "Hijo De La Luna," gesungen von der holländischer Sängerin Loona.


Viel Spaß damit! ;)


Bei dieser Gelegenheit will ich aber natürlich ein paar "Dankeschön"Sätze aussprechen:

Wir schulden ein großes Dankeschön der 'el abrazo' Familie, Tamara, Dörte und Oliver, die uns den schönen Raum vom 'el abrazo' zur Verfügung gestellt haben.

Ich danke den Mit-Initierenden Tine und Pieter van Luipen, die nicht nur während meiner Abwesenheiten immer mich ersetzt und die Veranstaltung übernommen haben, sondern die mich auch im Hintergrund immer sehr gut unterstützt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ohne ihre Unterstützung anfangen und weiter machen könnte.

Im Übrigen: Seitdem ich diese Blogseite eingerichtet habe, helfen mir netterweise zwei sehr gute Freunde von mir, Viktoria Knoll und David Lucius, bei der sprachliche Korrektur und Verbesserung dieser Seite, obwohl sie selbst mit dem Tango nichts zu tun haben. Ich danke Vicky und David vielmals für ihre nette Hilfe und ihre Mühe! (Alle Fehler, die Ihr immer noch hier seht, sind nur mein Schuld!)

Und das Wichtigste: Dieser Trainingsabend existiert einfach Dank seiner BesucherInnen, Dank Euch Lieben Tango-TänzerInnen, die wieder und wieder freitags ins 'el abrazo' zum Üben/Tanzen kommen. Ohne Eure Anwesenheit wäre der Trainingsabend schon seit langem abwesend.


Vielen vielen Dank Euch Allen! :-)

Bis Freitag,

Burak

Mittwoch, 5. Oktober 2011

...mit gitarren in die nacht...

Liebe Tango-TänzerInnen,

wenn man heute an Tango denkt, denkt man eher an den Klang des Bandoneons. Es ist ja auch natürlich so, weil es seit langem immer dabei ist, und weil sein Klang so genau dem Tango passt..

Aber inzwischen ist eine alte gute Freundin vom Tango "verdrängt," oder, besser gesagt, nach und nach im Hintergrund "verschwunden," obwohl sie ganz am Anfang, sogar vor dem Bandoneon, im Vordergrund dabei war: Die Gitarre.

Diesen Übergang erklärt Dieter Reichert mit folgenden Worten:
"
Die [...] Musikergruppen bestanden in der Frühzeit des Tango aus einem Trio in der Besetzung Querflöte, Geige und Gitarre [...].
[...]
Flöte und Gitarre waren um 1915 aus den Ensamles verdrängt. Die Flöte kontrastierte zu Stark mit dem Bandoneon, die Gitarre wurde vom klangmächtigeren Klavier abgelöst, wobei diese Ablösung den allgemeinen sozialen Wandel widerspiegelt. [...] Die Gitarre blieb dem Tango zunächst als Begleitinstrument der Sänger enthalten. Bis zum Aufkommen der Orchestersänger wurden sie von einem oder mehreren Gitarristen begleitet.
"



Ich will diesen Freitag der Gitarre dabei helfen, wenigstens ein Abend wieder in den Vordergrund zu rücken..

Wir laufen diesen Freitag mit den Gitarren in die Nacht..

Nach der ersten MilongaTanda hören wir am Freitag zunächst drei Tangos mit der Gitarre:

1) Erst hören wir Ventarrón (Pedro Maffia / José Horacio Staffolani) von einer jungen argentinischen Truppe, Quinteto Ventarrón, bestehend aus vier Gitarren und einem Kontrabass.

2) Als das zweite Lied kommt Cantando (Mercedes Simone), das von dem jungen Sänger Cristóbal Repetto - mit der Begleitung von einer Gitarren-Trio (bestehend aus Daniel YariaMartín Creixell und Javier Amoretti) und einem Geiger (Javier Casalla) - gesungen wurde.

3) Und der letzte Tango dieser Tanda ist Mama, yo quiero un novio (Ramón Collazo / Roberto Fontaina) und wir hören dieses Lied von Olga Delgrossi (1932-), "La Dama del Tango," begleitet von Julio Cobelli (Gitarre) und Waldemar Metediera (Bandoneon).


In unserem zweiten ValsTanda hören wir drei Walzer, die ausschließlich von "el Caballero Cantor" Ignacio Corsini gespielt und gesungen wurden:

1) No Quiero Ni Verte (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
2) La Pulpera de Santa Lucia (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
3) La Guitarrera de San Nicolás (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)


In unserem zweiten MilongaTanda haben wir am Freitag natürlich auch sehr schöne Milongas mit der Gitarre:

1) Die erste Milonga ist La Trampera (Aníbal Troilo), die Aufnahme ist ein Gitarrenfest von einem tollen Gitarrist, Esteban Morgado.

2) Bei der zweiten Milonga, Milonga de Mis Amores (Pedro Laurenz), kommt der Gitarrist Armando de la Vega mit dem berühmten Bandoneon-Spieler Rodolfo Mederos zusammen.

3) Die dritte und letzte Milonga der Tanda ist El Porteñito (Ángel Villoldo), an dem zwei alte Freundinnen, die Gitarre (Cacho Tirao) und die Flöte (Julian Vat), wieder treffen.

An so einem Tag kommt unser Non-Tango von zwei großartigen Gitarristen: Mark Knopfler und Chet Atkins: Das Lied heißt Tears.

Und der Tango-Nuevo des Freitags ist Otra Luna von Carlos Libedinsky/Narcotango: An diesem Lied treffen sich die Gitarre, die Flöte und das Bandoneon in der neuen Art des Tangos.

Ein Freitag mit vielen Gitarren..

Viel Spaß! ;)

Bis Freitag,

Burak