Dienstag, 19. Juni 2012
Der Abschiedstrainingsabend am 22. Juni!
Liebe Tango-TänzerInnen,
wie Ihr schon wisst, verabschieden wir uns diesen Monat leider vom alten Raum des 'el abrazo'
Aber glücklicherweise hat das el abrazo schon ein neues Zuhause, in dem wir nach den Sommerferien weitertanzen können :)
- Die künftige Adresse vom el abrazo: Beerenweg 1D, 22765 Hamburg -
Nach zwei wunderschönen Abschiedsmilongas des el abrazo feiert nun auch der Trainingsabend am 22. Juni seinen Abschied von der Harkortstraße 125.
Wie damals beim Jubiläum dauert der Trainingsabend bei dieser besonderen Gelegenheit eine Stunde länger, bis 23:00!
Ort: im 'el abrazo' (Harkortstr. 125, HH)
Zeit: 20:00-23:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas
Eintritt: 5 € pro Person
In diesen drei Stunden warten zwei schöne türkische Tandas, ein paar Kleinigkeiten zum Naschen und (statt der schon gewohnten Glocken) dieses Mal auch "echte" Cortinas auf Euch!!! ;)
Nach dem Abschiedstrainingsabend am Freitag (22. Juni) finden bis August keine Trainingsabend mehr statt! Nach dem Umbau des neuen Raums treffen wir uns aber wieder!!! (-:
Bis Freitag,
Burak
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Termine,
Türkei
Mittwoch, 13. Juni 2012
Die letzte Tanda - 3 - Carlos Di Sarli
Liebe Tango-TänzerInnen,
Carlos Di Sarli, der Achte von neun Söhnen einer uruguayischen Mutter und eines italienischen Vaters, wurde 1903 geboren.
Als er 13 war, verlor er wegen eines Unfalls im Waffengeschäft seines Vaters eines seiner Augen. Danach hat er nur noch schwarze Brillen getragen, um diesen 'Defekt' zu bedecken...
Alberto Paz und Valorie Hart beschreiben sein Unglück so: "His dark glasses and reserved demeanor fueled unfair and unfounded inuendos. Saying his name was considered bad luck (yeta). This caused him considerable grief throughout his controversial artistic life."
Trotz dieses Unrechts wissen Tango-TänzerInnen, dass er nicht umsonst "El Señor del Tango" heißt, und wie Juan Carlos Copes so schön sagt: sein Piano ist "the most tanguero of all"!
Keith Elshaw sagt, "when I meet a new person I am interested in dancing with, I pray that they put on Di Sarli so I can get her to slow down, open up and know my way of moving. He really gives great places to go and things to say." Letztendlich, wie Néstor Fernándey erklärt, "the rhythms of an orchestra tell dancers how to move. [...] [D]ancing to di Sarli, you'll walk and you'll stop, making elegant pauses" und eine Pause machen können ist sehr wichtig! Nach Carlos Gavito, "Tango is what happens between steps"!!! ;)
Über Di Sarli braucht man nicht viel sagen.. Ob man sein Orchester beim Hören erkennt oder nicht, ist auch nicht so wichtig.. Was zählt ist nur das: Wenn sein Orchester spielt, bittet seine Musik ganz zart unsere Seele zum Tanz und führt uns auf die Tanzfläche.. Mehr erfolg braucht kein Künstler, glaube ich..
Wir widmen diesen Freitag (den 15. Juni), unsre letzte Tanda, dem El Señor del Tango:
(1) Zunächst hören wir eine Komposition von Di Sarli, "Nido Gaucho", dessen Text von Héctor Marcó (1906-1987) - dem "emblematic lyricist" von Di Sarli - geschrieben wurde. Die Aufnahme, die ich ausgewählt habe, ist aus dem Jahr 1942 und der Sänger ist der junge Alberto Podestá (1924 -), der damals noch 18 war.
Alberto Podestá erzählt, wie aufgeregt er war. als er von Di Sarli eingeladen wurde:
"
When I was working at that place [Singapur cabaret], one evening somebody brought me a card, it had been handed to the waiter by a gentleman named Vázquez, that was Carlos Di Sarli's agent. He wanted me to meet him at a nearby barroom after my show was over. At the beginning I held it in my hands. As I realized I was creasing it, I put it into my pocket. Since the time the card was handed to me until the end of my performance my body was shivering. But I swear that I sang as never before. Imagine, to have the chance of singing with Di Sarli before I were 18. It was like a dream come true!
"
NIDO GAUCHO
"
Luciendo su color de esperanza,
viste el campo
su plumaje.
Y el viento hace vibrar sus cordajes
en los pastos
y en la flor...
Yo tengo mi ranchito en la loma,
donde cantan los zorzales...
Margaritas,
y rosales
han brotado
para ti...
Porque un día será ese nido gaucho
de los dos...
Florecerán mis ilusiones...
Y se unirán los corazónes...
Dime que sí!
Que la noche pampera abrirá
y su rayo de luna pondrá
luz de amor en tus ojos...
No digas no!
Que el dolor secará mi rosal
y en la cruz de mi rancho el zorzal
morirá por tu amor.
Mañana cuando el sol se ilumine
entre gotas de rocío,
el llanto de este cariño mío
sobre el trébol pisarás...
Recuerda que por tí lo he vertido
y si sientes mi tormento,
Golondrina!
cara al viento
tus dos alas
abriras...
Y de un solo vuelo mis tristezas
matarás.
"
[Gaucho nest
"
Shining its colour of hope,
the countryside dresses
up beautifully.
And the voice of the wind vibrates
on the grass
and on the flower…
I have my little ranch on the hillock,
where the thrush sing…
Daisies,
and rosebushes
have sprout
for you…
Because one day this gaucho nest will be
yours and mine…
My aspirations will flourish…
And our hearts will unite…
Tell me yes!
Then the prairie night will open
and its moon ray will create
loving light in your eyes…
Don't say no!
Because the pain will dry up mi rosebush
and the thrush will dye on the cross of my little ranch
for your love .
Tomorrow when the sun will shine
between the dew drops,
the weeping of my affection
over the clover you will step on…
Remember that I have cried for you
and if you feel my torment,
Beatiful swallow!
face to the wind
you will open
your wings…
And with only one flight my sadness
you will kill.
"
Übersetzung: Cristina and Vicente Muñoz]
(2) Dann kommt "Don Juan", eine Komposition von Ernesto Ponzio (1885-1934) - "El Pibe" (The Kid) -, die er angeblich 1898 wirklich als Kind komponiert hat. Die Geschichte des Lieds könnt ihr von Roberto Selles erfahren.
Die beste Interpretation von Don Juan ist die von Di Sarli. Wir hören als zweites Lied dieser Tanda eine Aufnahme von ihm aus dem Jahr 1955.
(3) Zuletzt kommt ein Di Sarli Klassiker, "Bahía Blanca". Ein Lied gewidmet dem Ort, wo er seine Kindheit verbracht hat und wo er schon 1919 sein erstes Orchester gegründet hat...
Robert Farris Thompson beschreibt Bahía Blanca sehr schön:
"
The strings make their entrance with Zen-like economy. Out of the blue comes a strong phrase, like a reverse falling star, moving from bass to high register. It recurs, this time softly. Di Sarli is recalling where he lived as a child. Breaking the canon of bereftness. 'Bahía Blanca' proffers the past as a luminous cameo.
"
Es ist einfach purer Genuß, der uns erwartet...
Ricardo García Blaya fasst sehr schön die Besonderheit seiner Kunst zusammen:
"
El Señor del Tango was absolutely respectful of melody and the spirit of the composers of his repertoire, embellishing the orchestral instrumentation with nuances and subtle details, staying away from the false contradiction that existed between the evocative traditional tango and the avant-garde stream.
Carlos Di Sarli was the final piece of the puzzle of tango in the 40s, that made neither concessions to strident fashions, nor to rhythmic extravagances and who, however represented with extreme delicacy, the interpretative paradigm of danceable tango.
"
Die Sarli starb 1960.
Wie Troilo 'beklagt', "el ciago se llevó el secreto a la tumba" [the blind man took his secret away to the tomb].
Er hat aber viele tolle Aufnahmen hinterlassen und drei von ihnen werden wir diese Woche in unserer letzten Tanda hören..
Nicht vergessen, Carlos Gavito hat uns einen sehr wichtigen Hinweis übers Tango-Tanzen gegeben: "When a man dances, the woman must be a queen. Only that way can he be a king."
Di Sarli bildet mit seiner Musik die schönste Basis für unser "Königreich" und Dank Gavito wissen wir jetzt auch Bescheid, wie es weiter läuft! ;)
Viel Spaß!
Burak
Carlos Di Sarli, der Achte von neun Söhnen einer uruguayischen Mutter und eines italienischen Vaters, wurde 1903 geboren.
Als er 13 war, verlor er wegen eines Unfalls im Waffengeschäft seines Vaters eines seiner Augen. Danach hat er nur noch schwarze Brillen getragen, um diesen 'Defekt' zu bedecken...
Alberto Paz und Valorie Hart beschreiben sein Unglück so: "His dark glasses and reserved demeanor fueled unfair and unfounded inuendos. Saying his name was considered bad luck (yeta). This caused him considerable grief throughout his controversial artistic life."
Trotz dieses Unrechts wissen Tango-TänzerInnen, dass er nicht umsonst "El Señor del Tango" heißt, und wie Juan Carlos Copes so schön sagt: sein Piano ist "the most tanguero of all"!
Keith Elshaw sagt, "when I meet a new person I am interested in dancing with, I pray that they put on Di Sarli so I can get her to slow down, open up and know my way of moving. He really gives great places to go and things to say." Letztendlich, wie Néstor Fernándey erklärt, "the rhythms of an orchestra tell dancers how to move. [...] [D]ancing to di Sarli, you'll walk and you'll stop, making elegant pauses" und eine Pause machen können ist sehr wichtig! Nach Carlos Gavito, "Tango is what happens between steps"!!! ;)
Über Di Sarli braucht man nicht viel sagen.. Ob man sein Orchester beim Hören erkennt oder nicht, ist auch nicht so wichtig.. Was zählt ist nur das: Wenn sein Orchester spielt, bittet seine Musik ganz zart unsere Seele zum Tanz und führt uns auf die Tanzfläche.. Mehr erfolg braucht kein Künstler, glaube ich..
Wir widmen diesen Freitag (den 15. Juni), unsre letzte Tanda, dem El Señor del Tango:
(1) Zunächst hören wir eine Komposition von Di Sarli, "Nido Gaucho", dessen Text von Héctor Marcó (1906-1987) - dem "emblematic lyricist" von Di Sarli - geschrieben wurde. Die Aufnahme, die ich ausgewählt habe, ist aus dem Jahr 1942 und der Sänger ist der junge Alberto Podestá (1924 -), der damals noch 18 war.
Alberto Podestá erzählt, wie aufgeregt er war. als er von Di Sarli eingeladen wurde:
"
When I was working at that place [Singapur cabaret], one evening somebody brought me a card, it had been handed to the waiter by a gentleman named Vázquez, that was Carlos Di Sarli's agent. He wanted me to meet him at a nearby barroom after my show was over. At the beginning I held it in my hands. As I realized I was creasing it, I put it into my pocket. Since the time the card was handed to me until the end of my performance my body was shivering. But I swear that I sang as never before. Imagine, to have the chance of singing with Di Sarli before I were 18. It was like a dream come true!
"
NIDO GAUCHO
"
Luciendo su color de esperanza,
viste el campo
su plumaje.
Y el viento hace vibrar sus cordajes
en los pastos
y en la flor...
Yo tengo mi ranchito en la loma,
donde cantan los zorzales...
Margaritas,
y rosales
han brotado
para ti...
Porque un día será ese nido gaucho
de los dos...
Florecerán mis ilusiones...
Y se unirán los corazónes...
Dime que sí!
Que la noche pampera abrirá
y su rayo de luna pondrá
luz de amor en tus ojos...
No digas no!
Que el dolor secará mi rosal
y en la cruz de mi rancho el zorzal
morirá por tu amor.
Mañana cuando el sol se ilumine
entre gotas de rocío,
el llanto de este cariño mío
sobre el trébol pisarás...
Recuerda que por tí lo he vertido
y si sientes mi tormento,
Golondrina!
cara al viento
tus dos alas
abriras...
Y de un solo vuelo mis tristezas
matarás.
"
[Gaucho nest
"
Shining its colour of hope,
the countryside dresses
up beautifully.
And the voice of the wind vibrates
on the grass
and on the flower…
I have my little ranch on the hillock,
where the thrush sing…
Daisies,
and rosebushes
have sprout
for you…
Because one day this gaucho nest will be
yours and mine…
My aspirations will flourish…
And our hearts will unite…
Tell me yes!
Then the prairie night will open
and its moon ray will create
loving light in your eyes…
Don't say no!
Because the pain will dry up mi rosebush
and the thrush will dye on the cross of my little ranch
for your love .
Tomorrow when the sun will shine
between the dew drops,
the weeping of my affection
over the clover you will step on…
Remember that I have cried for you
and if you feel my torment,
Beatiful swallow!
face to the wind
you will open
your wings…
And with only one flight my sadness
you will kill.
"
Übersetzung: Cristina and Vicente Muñoz]
(2) Dann kommt "Don Juan", eine Komposition von Ernesto Ponzio (1885-1934) - "El Pibe" (The Kid) -, die er angeblich 1898 wirklich als Kind komponiert hat. Die Geschichte des Lieds könnt ihr von Roberto Selles erfahren.
Die beste Interpretation von Don Juan ist die von Di Sarli. Wir hören als zweites Lied dieser Tanda eine Aufnahme von ihm aus dem Jahr 1955.
(3) Zuletzt kommt ein Di Sarli Klassiker, "Bahía Blanca". Ein Lied gewidmet dem Ort, wo er seine Kindheit verbracht hat und wo er schon 1919 sein erstes Orchester gegründet hat...
Robert Farris Thompson beschreibt Bahía Blanca sehr schön:
"
The strings make their entrance with Zen-like economy. Out of the blue comes a strong phrase, like a reverse falling star, moving from bass to high register. It recurs, this time softly. Di Sarli is recalling where he lived as a child. Breaking the canon of bereftness. 'Bahía Blanca' proffers the past as a luminous cameo.
"
Es ist einfach purer Genuß, der uns erwartet...
Ricardo García Blaya fasst sehr schön die Besonderheit seiner Kunst zusammen:
"
El Señor del Tango was absolutely respectful of melody and the spirit of the composers of his repertoire, embellishing the orchestral instrumentation with nuances and subtle details, staying away from the false contradiction that existed between the evocative traditional tango and the avant-garde stream.
Carlos Di Sarli was the final piece of the puzzle of tango in the 40s, that made neither concessions to strident fashions, nor to rhythmic extravagances and who, however represented with extreme delicacy, the interpretative paradigm of danceable tango.
"
Die Sarli starb 1960.
Wie Troilo 'beklagt', "el ciago se llevó el secreto a la tumba" [the blind man took his secret away to the tomb].
Er hat aber viele tolle Aufnahmen hinterlassen und drei von ihnen werden wir diese Woche in unserer letzten Tanda hören..
Nicht vergessen, Carlos Gavito hat uns einen sehr wichtigen Hinweis übers Tango-Tanzen gegeben: "When a man dances, the woman must be a queen. Only that way can he be a king."
Di Sarli bildet mit seiner Musik die schönste Basis für unser "Königreich" und Dank Gavito wissen wir jetzt auch Bescheid, wie es weiter läuft! ;)
Viel Spaß!
Burak
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Mittwoch, 6. Juni 2012
Noch ein Atem aufs Leben...
![]() |
| The Tree of Life* - Gustav Klimt |
"hayat kısadır derler ya.... hanım öldükten sonra anladım ki.... çok uzun.... (...)
elimden gelse hâlâ dünyayı düzeltebilirim.... ama, bacaklarım eskisi gibi iyi çekemiyor beni....
bilmiyorum....
sadece her gün biraz daha nefes almak istiyorum. o kadar.
ne kadar uzun olursa olsun bu hayatı yaşayabilmek için...."
["man sagt ja, dass das leben kurz ist.... aber nachdem meine frau gestorben ist, habe ich begriffen.... es ist sehr lang.... (...)
wenn ich die kraft hätte, könnte ich noch immer die welt in ordnung bringen.... aber meine beine tragen mich nicht mehr so gut wie früher....
ich weiß nicht....
ich will nur jeden tag etwas mehr atmen. das ist alles.
um dieses leben leben zu können, egal wie lang es ist."]
(Übersetzung: Burak Kara)
-------
Liebe Tango-TänzerInnen,
von einem alten Mann hören wir diese Worte, im Film "Gökten Üç Elma Düştü" (Drei Äpfel fielen vom Himmel) des türkischen Regisseurs Raşit Çelikezer.
Ob das Leben zu kurz oder zu lang ist, ist manchmal schwer zu entscheiden. Was ich aber weiß, ist das: das Leben, jedes bewußtes Leben, ist eine Suche ohne Ende, eine Suche nach Sinn in einem unberechenbaren Zusammenspiel von Zufällen, Zwängen und Entscheidungen... Ein ruheloser Kampf mit und zwischen Kopf und Herz!
Es ist nicht leicht, sich dem Leben zu stellen. Deswegen versuchen wir, vor ihm davonzulaufen. Obwohl man vor dem eigenen Leben niemals davonlaufen kann.
Letztendlich ist es ja das Leben und nur dieses Leben, was wir in der Hand haben.
...
Vor ein paar Jahren hatte ich die Chance, das Theaterstück "Peer Gynt" vom norwegischen Schriftsteller Henrik Ibsen (1828-1906) im Thalia Theater anzuschauen.
Die Geschichte von Peer Gynt ist eine Geschichte der Angst vorm Leben (vielleicht vor der Unmöglichkeit des Lebens), die Geschichte einer Verschleppung der Konfontation, ein Fluchtversuch...
Wir hören viele Geschichten von Peer. Lügt Peer? Wir wissen nicht, welche davon wahr sind, welche nicht, oder inwieweit... Man lebt, erlebt, träumt, wünscht, findet, verliert, sucht. Man sammelt Träume und Erlebnisse, und macht daraus Geschichten in denen sich beides vermischt...
Und die Welt dreht sich, unabhängig von den Menschen, einfach weiter und weiter. Sie tanz ihren eigenen Walzer und wir unseren eigenen auf ihr.
Peer verliert sich, weiß nicht mehr, wer er ist. Als er muss, kann er nicht mehr beweisen, dass es einen Peer gab und gibt.. Doch dann findet er sich da, wo er sich verloren/verlassen hat.
Wo war es?
-------
Der berühmte norwegische Komponist Edvard Grieg (1843-1907), ein Zeitgenosse von Ibsen, hat zwei Peer-Gynt-Suiten komponiert. Die erste enthält ein Stück, das "Anitras Tanz" heißt. (Das Stück ist eigentlich eine Mazurka, die auch einen 3/4 Takt hat, wie der Walzer.)
Zunächst tanzen wir in einer zweier Tanda zum musikalischen Hauptthema des Films, "Die Ewigkeit und ein Tag". Dann lade ich Euch diesen Freitag (08.Juni) auch zu einem Walzer zum "Anitras Tanz".
Noch ein Atem aufs Leben! ;)
Apropos Atem... Vom norwegischen Tubaspielers Oystein Baadsvik (1966-) hören wir am Freitag "Anitras Tanz".
Viel Spaß! ;)
Bis Freitag,
Burak
*
"
For Klimt, it [ the Tree of Life] is a symbol in which all the motifs important to him are united, from flower to woman, from the death of vegetation to the rebirth of the seasons. Trees and women intermingle in paradise, in a magical world in which people dance and love one another, in which women become trees, (...) grow and spread through the whole of nature. (...) The girl dancing under one of the trees represents Expectation. The couple embracing beneath the other tree represents Fulfilment. And, of course, death too is present, as might be expected in Klimt's or Freud's version of the normal life-cycle, to be observed in the form of the birds of prey sitting in the tree of life.
"
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Mittwoch, 22. Februar 2012
Das zweite Treffen auf der Ägais!
Liebe Tango-TänzerInnen,
diesen Freitag findet das zweite Treffen auf der Ägais statt! :)
Wie im Juni setze ich auch diesen Freitag (24.Feb.) eine imaginäre Insel auf die Ägäis, für 7 Minuten und 58 Sekunden; eine Insel, die zu keinem Land gehört, keine Grenzen kennt, und auf der nur die schönen Tango-Schritte erlaubt sind..
Allerdings kommen die Melodien, zu denen wir diesen Freitag tanzen werden, kommen aus anderen Ecken..
Zunächst hören wir "Tango to Evora" von der kanadischen Musikerin und Komponistin Loreena McKennitt (1957 - ).
Aber das Lied heißt dieses Mal "To Tango Tis Nefelis" und gesungen wird es von der griechischen Sängerin Haris Alexiou (1950 - ).
Das zweite Lied ist "Ausencia" vom jugoslawischen Musiker und Komponisten Goran Bregović (1950-) und dem Musiker Teófilo Chantre (1964-) aus Kap Verde, das wir aus berühmten Film von Emir Kusturica (1954-) "Podzemlje" (Underground) sehr gut kennen.
Und dieses Lied hören wir am Freitag von der türkischen Sängerin und Liedmacherin Sezen Aksu. Das Lied heißt dieses Mal "O Sensin"...
Ich wünsche Euch einen genussvollen Tanz mit diesen schönen Lider! ;)
Bis Freitag,
Burak
diesen Freitag findet das zweite Treffen auf der Ägais statt! :)
Wie im Juni setze ich auch diesen Freitag (24.Feb.) eine imaginäre Insel auf die Ägäis, für 7 Minuten und 58 Sekunden; eine Insel, die zu keinem Land gehört, keine Grenzen kennt, und auf der nur die schönen Tango-Schritte erlaubt sind..
Allerdings kommen die Melodien, zu denen wir diesen Freitag tanzen werden, kommen aus anderen Ecken..
![]() |
| Haris Alexiou |
Zunächst hören wir "Tango to Evora" von der kanadischen Musikerin und Komponistin Loreena McKennitt (1957 - ).
Aber das Lied heißt dieses Mal "To Tango Tis Nefelis" und gesungen wird es von der griechischen Sängerin Haris Alexiou (1950 - ).
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| Sezen Aksu |
Und dieses Lied hören wir am Freitag von der türkischen Sängerin und Liedmacherin Sezen Aksu. Das Lied heißt dieses Mal "O Sensin"...
Ich wünsche Euch einen genussvollen Tanz mit diesen schönen Lider! ;)
Bis Freitag,
Burak
Mittwoch, 14. Dezember 2011
Ist La Cumparsita ein "Hochzeitsmarsch?"
Liebe Tango-TänzerInnen,
ich weiß nicht, ob es in anderen Ländern eine ähnliche Assoziation gibt, aber in der Türkei denkt man am ehesten an eine Hochzeit, wenn man "La Cumparsita" hört. Denn "La Cumparsita" war (und ist) oft das erste Lied, zu dem das neue Paar seinen ersten Tanz tanzt und deswegen ist dieses Lied in der Türkei auch unter dem Namen "Hochzeitsmarsch" bekannt.
Ob man auch in anderen Länder bei Hochzeiten zur La Cumparsita tanzt, ist nicht so wichtig. "La Cumparsita," dieses fast hundert Jahre alte Lied, ist auf jeden Fall ein Lied, dessen Melodie irgendwann irgendwie von fast allen Ohren der Welt wenigstens ein Mal gehört wurde, und dessen Melodie berühmter als sein Name und viel berühmter als sein Komponist ist..
Deswegen müsste man eigentlich mit La Cumparsita anfangen, wenn man eine "historisch-vergleichende" Tangoübung macht, wie wir sie vor kurzem mit "el choclo" gemacht haben.
-------
Gerardo Hernán Matos Rodríguez (1897-1948) hatte diesen berühmten Tango 1916 komponiert und La Cumparsita wurde zum ersten Mal bereits 1916 von Roberto Firpo (1884-1969) gespielt und aufgenommen. Roberto Firpo wußte nur, dass der Komponist Gerardo heißt, aber nicht mehr..
La Cumparsita ist ja letztendlich ein Lied, das, sozusagen, von Anfang an seine eigene "Karriere" hatte.. :-)
Ab den 20er Jahren wurde das Lied immer berühmter und beliebter, aber sein Komponist, Rodríguez, musste bis 1948 kämpfen, um die Urheberrechte an diesem Stück zu bekommen.
Trotz dieser Beliebtheit findet nicht jeder das Lied so gut: Zum Beispiel, Astor Piazzolla (1921-1992); er gibt zu "La Cumpartsita" den folgenden Kommentar:
"
It's the most frighteningly poor thing in this world - speaking of the D-C-A-F rhythm - Nevertheless, if you add a bass note to enrich it and pour on top of it the melody, you can create a counterpoint that raises the conventional melody. It is like an ugly person that dresses nicely, it improves his looks. That's how La Cumparsita is improved. With good clothes.
"
Aber Francisco Canaro (1888-1964), zum Beispiel, ist da anderer Meinung:
"
La cumparsita... has the peculiar virtue that its musical structure wonderfully lends itself to be embellished by orchestrations of higher level, everything fits well with La cumparsita: counter melodies for violins, variations for bandoneóns and other important instruments, besides other attractive musical effects that arrangers and leaders ably take advantage of for showcasing their own outfit. Each leader of a tango orchestra has his own arrangement, his personal rendition of the celebrated tango. And, proudly, he is convinced that his authorized rendition of La cumparsita is the best in existence.
"
Na ja.. Wir lassen die Meister allein mit ihren Argumenten über die technischen Einzelheiten/Besonderheiten des Liedes und genießen einfach das Endprodukt! ;)
Ich widme diesen Freitag (16.Dez.) dem Lied "La Cumparsita" eine Tanda.
Natürlich gibt es hier die Qual der Wahl! Nachdem ich viele Versionen öfters gehört habe, habe ich mich für die folgenden drei entschieden:
1) Wir fangen an mit der alten (ersten) Aufnahme von Roberto Firpo (1916). Mal schauen, wie damals der Tango klang ...
2) Dann hören wir eine Version von Francisco Canaro aus der "Goldenen Ära" (1951) ...
3) Die dritte und letzte Version kommt von Cuarteto Tanguardia (200?): eine französische Truppe, die gerne Piazzolla spielt ...
Viel Spaß! ;)
Bis Freitag,
Burak
ich weiß nicht, ob es in anderen Ländern eine ähnliche Assoziation gibt, aber in der Türkei denkt man am ehesten an eine Hochzeit, wenn man "La Cumparsita" hört. Denn "La Cumparsita" war (und ist) oft das erste Lied, zu dem das neue Paar seinen ersten Tanz tanzt und deswegen ist dieses Lied in der Türkei auch unter dem Namen "Hochzeitsmarsch" bekannt.
![]() |
| La Cumparsita |
Deswegen müsste man eigentlich mit La Cumparsita anfangen, wenn man eine "historisch-vergleichende" Tangoübung macht, wie wir sie vor kurzem mit "el choclo" gemacht haben.
-------
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| Gerardo H. M. Rodríguez |
La Cumparsita ist ja letztendlich ein Lied, das, sozusagen, von Anfang an seine eigene "Karriere" hatte.. :-)
Ab den 20er Jahren wurde das Lied immer berühmter und beliebter, aber sein Komponist, Rodríguez, musste bis 1948 kämpfen, um die Urheberrechte an diesem Stück zu bekommen.
Trotz dieser Beliebtheit findet nicht jeder das Lied so gut: Zum Beispiel, Astor Piazzolla (1921-1992); er gibt zu "La Cumpartsita" den folgenden Kommentar:
![]() |
| Astor Piazzolla |
It's the most frighteningly poor thing in this world - speaking of the D-C-A-F rhythm - Nevertheless, if you add a bass note to enrich it and pour on top of it the melody, you can create a counterpoint that raises the conventional melody. It is like an ugly person that dresses nicely, it improves his looks. That's how La Cumparsita is improved. With good clothes.
"
Aber Francisco Canaro (1888-1964), zum Beispiel, ist da anderer Meinung:
"
![]() |
| Francisco Canaro |
"
Na ja.. Wir lassen die Meister allein mit ihren Argumenten über die technischen Einzelheiten/Besonderheiten des Liedes und genießen einfach das Endprodukt! ;)
Ich widme diesen Freitag (16.Dez.) dem Lied "La Cumparsita" eine Tanda.
Natürlich gibt es hier die Qual der Wahl! Nachdem ich viele Versionen öfters gehört habe, habe ich mich für die folgenden drei entschieden:
1) Wir fangen an mit der alten (ersten) Aufnahme von Roberto Firpo (1916). Mal schauen, wie damals der Tango klang ...
2) Dann hören wir eine Version von Francisco Canaro aus der "Goldenen Ära" (1951) ...
3) Die dritte und letzte Version kommt von Cuarteto Tanguardia (200?): eine französische Truppe, die gerne Piazzolla spielt ...
Viel Spaß! ;)
Bis Freitag,
Burak
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Roberto Firpo,
Tangogeschichte,
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Dienstag, 13. Dezember 2011
Der letzte Trainingsabend des Jahres: am 16. Dezember
Liebe Tango-TänzerInnen,
wie geplant, findet der nächste Trainingsabend wieder am Freitag (16.Dez.) statt. Das ist auch leider der letzte Termin des Jahres. (Der nächste Trainingsabend findet am 13. Januar statt.)
Ort: im 'el abrazo'
Zeit: 20:00-22:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas*
Eintritt: 5 € pro Person
Wir freuen uns schon auf Euch! :)
Beste Grüße und bis Freitag,
Im Namen der Schüler-Initiative
Burak Kara
*Über die Musik beim Trainingsabend lesen Sie den kurzen Text mit dem Titel "Die Musik" auf der rechten Seite.
Mittwoch, 30. November 2011
Die letzte Tanda - 2 - Florindo Sassone
Liebe TangoTänzerInnen,
Sassone, geboren 1912, hat sich schon als Kind für Musik interessiert. Von seinem Vater bekam er seinen ersten Violinunterricht und fing an, in Cafés zu spielen. Er wurde Mitglied der Orchester Antonio Politos und Ropberto Firpos; gewandelt hat sich sein Leben aber erst entscheidend als er in Osvaldo Frasedos Orchester zu spielen begann – das Orchester, in dem er "his way of feeling tango" (Néstor Pinsón) fand.
1935 gründete er dann sein eigenes Orchester, aber alle Anstrengung half nichts: die Berühmtheit ließ auf sich warten; der Konkurrenzkamp war hart und die Wettbewerber stark. Francisco Canaro, Francisco Lomuto, Roberto Firpo, Julio De Caro, Edgardo Donato, Juan D'Arienzo, und viele andere kämpften um Aufmerksamkeit.
Von 1940 bis 1946 unterbrach er seine Musikerkarriere und verbrachte sechs Jahre mit geschäftlichen Unterfangen. 1947 gründete er sein Orchester neu und kehrte erfolgreich in die Tangowelt zurück.
Sassones schicksalhafte Wende kam jedoch mit der Entdeckung des jungen Sängers Jorge Casal (1924-1996). Die Berühmtheit, für die Sassone seit Langem gekämpft hat, konnte er erst mit Casal erreichen. Allerdings war es nicht so leicht für ihn, das so zu akzeptieren.
Er schuldet Casal vielleicht für seinen "Boom" Dank, aber das darf auf keinen Fall seinen außerordentlich guten Musikgeschmack und seinen hartnäckige Fleiß für die Perfektion seiner Musik in den Schatten stellen..
Wie Néstor Pinsón so schön beschreibt, "He cultivated an authentic kind of tango with a strong preference for the purity and clarity of the melodic line, framed within the attractive elements of a lucid play of sound resources, always pleasant and with a carefully polished design."
Ich habe zunächst seine Musik gehört, dann ein bisschen etwas über Ihn gelesen. Wenn ich an seine Musik denke, fällt es mir schwer, zu verstehen, wie und warum sein Orchester nicht zur Riege der erstklassigen Orchester zählt. Statt diese Frage hier allerdings einfach so stehen zu lassen, bringe ich Euch seine Art näher, so dass wir darüber zusammen nochmal etwas nachdenken können:
Wir werden am Freitag (02.Dez.) zu Sassones Musik tanzen, zunächst aber ohne Gesang.
Vor 11 Jahren wurden 40 instrumentelle Aufnahmen von Sassone in zwei CDs unter dem Titel "Bien Milonguero" zusammengestellt und wir werden in unserem lezten Tanda am Freitag vier sehr schöne Beispiele aus ihnen hören:
1) El Amanecer (Roberto Firpo)
2) Organito de la tarde (Cátulo Castillo)
3) Sentimiento Gaucho (Rafael Canaro & Francisco Canaro)
4) El Choclo (Ángel Villoldo)
Viel Spaß beim Tanzen! ;)
Burak
| Florindo Sassone |
1935 gründete er dann sein eigenes Orchester, aber alle Anstrengung half nichts: die Berühmtheit ließ auf sich warten; der Konkurrenzkamp war hart und die Wettbewerber stark. Francisco Canaro, Francisco Lomuto, Roberto Firpo, Julio De Caro, Edgardo Donato, Juan D'Arienzo, und viele andere kämpften um Aufmerksamkeit.
Von 1940 bis 1946 unterbrach er seine Musikerkarriere und verbrachte sechs Jahre mit geschäftlichen Unterfangen. 1947 gründete er sein Orchester neu und kehrte erfolgreich in die Tangowelt zurück.
Sassones schicksalhafte Wende kam jedoch mit der Entdeckung des jungen Sängers Jorge Casal (1924-1996). Die Berühmtheit, für die Sassone seit Langem gekämpft hat, konnte er erst mit Casal erreichen. Allerdings war es nicht so leicht für ihn, das so zu akzeptieren.
Er schuldet Casal vielleicht für seinen "Boom" Dank, aber das darf auf keinen Fall seinen außerordentlich guten Musikgeschmack und seinen hartnäckige Fleiß für die Perfektion seiner Musik in den Schatten stellen..
Wie Néstor Pinsón so schön beschreibt, "He cultivated an authentic kind of tango with a strong preference for the purity and clarity of the melodic line, framed within the attractive elements of a lucid play of sound resources, always pleasant and with a carefully polished design."
Ich habe zunächst seine Musik gehört, dann ein bisschen etwas über Ihn gelesen. Wenn ich an seine Musik denke, fällt es mir schwer, zu verstehen, wie und warum sein Orchester nicht zur Riege der erstklassigen Orchester zählt. Statt diese Frage hier allerdings einfach so stehen zu lassen, bringe ich Euch seine Art näher, so dass wir darüber zusammen nochmal etwas nachdenken können:
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| Florindo Sassone - Bien Milonguero (v.1) |
Vor 11 Jahren wurden 40 instrumentelle Aufnahmen von Sassone in zwei CDs unter dem Titel "Bien Milonguero" zusammengestellt und wir werden in unserem lezten Tanda am Freitag vier sehr schöne Beispiele aus ihnen hören:
1) El Amanecer (Roberto Firpo)
2) Organito de la tarde (Cátulo Castillo)
3) Sentimiento Gaucho (Rafael Canaro & Francisco Canaro)
4) El Choclo (Ángel Villoldo)
Viel Spaß beim Tanzen! ;)
Burak
Mittwoch, 16. November 2011
Die letzte Tanda - 1 - Alberto Castillo
Liebe Tango-TänzerInnen,
Alberto Salvador De Luca, der Sohn einer italianischen Immigrantenfamilie wurde 1914 im Stadtteil Mataderos in Buenos Aires geboren. Wenn er in einer Pause seiner Tangokarrierre nicht Medizin studiert hätte, hätte er die Eltern von Ofelia Onato ganz sicher nicht davon überzeugen können, ihm ihre Tochter zur Frau zu geben. Mit seinem Studium konnte er ihre Eltern jedoch für sich gewinnen, aber eigentlich war er doch immer nur der Sänger mit einer besonderen Stimme, von der wir uns auch heute noch in zahllosen Aufnahmen überzeugen können.
Letztendlich wäre auch sein Vater nicht so begeistert gewesen, hätte er gewusst, dass sein Sohn heimlich eine Karriere als Tangosänger begann und bereits während der 30er Jahre unter den Spitznamen "Alberto Dual" und "Carlos Duval" mit den Orchestern von Julio de Caro (1934), Agusto Pedro Berto (1935) und Mariano Rodas (1937) sang.
Er hat zunächst gesungen, dann eine Pause eingelegt und währenddessen sein Medizinstudium beendet. Er war tagsüber der Frauenarzt Alberto Salvador De Luca, nachts aber der Tangosänger Alberto Castillo, der die Herzen der Frauen eroberte.
Seine ersten Aufnahmen mit Ricardo Tanturi erschienen am 8. Januar 1941, der Tango-Vals "Recuerdo" war sein erster Hit. Und von da an war "Alberto Castillo" sein letzter Bühnenname, unter dem man ihn bis zu seinem Tod kannte.
Schön, dass er sich mit seiner besonderen Stimme für den Tango entschieden hat und dass er bis zu seinem Tod (2002) weiter gesungen hat.
Diese Woche reisen wir zurück in die 40er und hören in der letzten Tanda des Trainingsabends drei Tangos, die Alberto Castillo mit Ricardo Tanturi aufgenommen hat:
1) Mi Piba (Rodolfo Sciammarella / Manuel Romero)
2) Pocas Palabras (Ricardo Tanturi / Enrique Cadícamo)
3) Cuatro Compases (Atilio Bruni / Oscar Rubens)
Bis Freitag,
Burak
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| Alberto Castillo |
Letztendlich wäre auch sein Vater nicht so begeistert gewesen, hätte er gewusst, dass sein Sohn heimlich eine Karriere als Tangosänger begann und bereits während der 30er Jahre unter den Spitznamen "Alberto Dual" und "Carlos Duval" mit den Orchestern von Julio de Caro (1934), Agusto Pedro Berto (1935) und Mariano Rodas (1937) sang.
Er hat zunächst gesungen, dann eine Pause eingelegt und währenddessen sein Medizinstudium beendet. Er war tagsüber der Frauenarzt Alberto Salvador De Luca, nachts aber der Tangosänger Alberto Castillo, der die Herzen der Frauen eroberte.
Seine ersten Aufnahmen mit Ricardo Tanturi erschienen am 8. Januar 1941, der Tango-Vals "Recuerdo" war sein erster Hit. Und von da an war "Alberto Castillo" sein letzter Bühnenname, unter dem man ihn bis zu seinem Tod kannte.
Schön, dass er sich mit seiner besonderen Stimme für den Tango entschieden hat und dass er bis zu seinem Tod (2002) weiter gesungen hat.
Diese Woche reisen wir zurück in die 40er und hören in der letzten Tanda des Trainingsabends drei Tangos, die Alberto Castillo mit Ricardo Tanturi aufgenommen hat:
1) Mi Piba (Rodolfo Sciammarella / Manuel Romero)
2) Pocas Palabras (Ricardo Tanturi / Enrique Cadícamo)
3) Cuatro Compases (Atilio Bruni / Oscar Rubens)
Bis Freitag,
Burak
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Der Trainingsabend feiert sein 1. Jubiläum!!! :D - am 21. Oktober
Liebe TangoTänzerInnen,
wie geplant, findet der nächste Trainingsabend am Freitag (21.Okt.) wieder statt.
Ort: im 'el abrazo'
Zeit: 20:00-23:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas
Eintritt: 5 € pro Person
Warum dauert der Trainingsabend dieses Mal 3 Stunden?
Wir feiern einen Geburtstag!!! :D
Eine türkisch-holländisch gewürzte Feier zum 1. Geburtstag des Trainingsabends!
Wer hätte gedacht, dass es so weit kommen könnte, als die 'neue' Trainingsabende vor einem Jahr (am 22.Okt.2010) angefangen sind.
Doch haben wir aber es geschafft, den Trainingsabend ein Jahr lang regelmäßig zu veranstalten und ihn aufrecht zu halten! :-)
Zum Feiern veranstalten wir am 21. Oktober den Trainingsabend dieses Mal drei Stunden (20:00-23:00) zwischendurch mit Musik aus der Türkei und Niederlande zum Tanzen und nebenbei mit ein paar türkischen und holländischen Kleinigkeiten zum Naschen...
In der ersten Stunde tanzen wir fast nur zur klassischen Tangomusik und gegen Ende der ersten Stunde haben wir eine Tanda-voll argentinische Tangos, die von drei holländischen Orchester gespielt sind: 1) La Cumparsita (G.M.Rodríguez) von Sexteto Canyengue, 2) TBC (E.Donato) hören wir von Tango Dorado, und 3) Malena (L.Damare) von Quarteto Rotterdam (eine sehr schöne Aufnahme mit Solo-Klavier gespielt von Judy Ruks).
In folgenden zwei Stunden hören wir unter argentinischen Tangos auch
a) eine Tanda mit drei türkischen Tangos: 1) "Özleyis" (Sehnsucht), gespielt von Cihat Aşkın (Geige) ve Mehru Ensari (Piano); 2) "Mazi kalbimde bir yaradir" (Die Vergangenheit ist eine Wunde in meinem Herz) "orientalisiert" gespielt von İncesaz; und 3) "Ölsem de bir, kalsam da bir" (Es macht keinen Unterschied, ob ich sterbe oder weiter lebe), ein altes Pop-Lied als Tango interpretiert und gesungen von Zuhal Olcay;
b) das Lied "Kedim" (meine Katze) von Ezginin Günlüğü als Non-Tango;
c) und eine besondere Aufnahme von Oblivion (gespielt vom Istanbul Academia Project) als Neo-Tango, in der die Musik von Piazzolla mit der sufitischen Ney trifft;
Am Ende unseren letzten Vals-Tanda tanzen wir zu einem spanischen Vals, "Hijo De La Luna," gesungen von der holländischer Sängerin Loona.
Viel Spaß damit! ;)
Bei dieser Gelegenheit will ich aber natürlich ein paar "Dankeschön"Sätze aussprechen:
Wir schulden ein großes Dankeschön der 'el abrazo' Familie, Tamara, Dörte und Oliver, die uns den schönen Raum vom 'el abrazo' zur Verfügung gestellt haben.
Ich danke den Mit-Initierenden Tine und Pieter van Luipen, die nicht nur während meiner Abwesenheiten immer mich ersetzt und die Veranstaltung übernommen haben, sondern die mich auch im Hintergrund immer sehr gut unterstützt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ohne ihre Unterstützung anfangen und weiter machen könnte.
Im Übrigen: Seitdem ich diese Blogseite eingerichtet habe, helfen mir netterweise zwei sehr gute Freunde von mir, Viktoria Knoll und David Lucius, bei der sprachliche Korrektur und Verbesserung dieser Seite, obwohl sie selbst mit dem Tango nichts zu tun haben. Ich danke Vicky und David vielmals für ihre nette Hilfe und ihre Mühe! (Alle Fehler, die Ihr immer noch hier seht, sind nur mein Schuld!)
Und das Wichtigste: Dieser Trainingsabend existiert einfach Dank seiner BesucherInnen, Dank Euch Lieben Tango-TänzerInnen, die wieder und wieder freitags ins 'el abrazo' zum Üben/Tanzen kommen. Ohne Eure Anwesenheit wäre der Trainingsabend schon seit langem abwesend.
Vielen vielen Dank Euch Allen! :-)
Bis Freitag,
Burak
wie geplant, findet der nächste Trainingsabend am Freitag (21.Okt.) wieder statt.
Ort: im 'el abrazo'
Zeit: 20:00-23:00
Musik: (überwiegend) traditionelle Tangomusik in Tandas
Eintritt: 5 € pro Person
Warum dauert der Trainingsabend dieses Mal 3 Stunden?
Wir feiern einen Geburtstag!!! :D
Eine türkisch-holländisch gewürzte Feier zum 1. Geburtstag des Trainingsabends!
Wer hätte gedacht, dass es so weit kommen könnte, als die 'neue' Trainingsabende vor einem Jahr (am 22.Okt.2010) angefangen sind.
Doch haben wir aber es geschafft, den Trainingsabend ein Jahr lang regelmäßig zu veranstalten und ihn aufrecht zu halten! :-)Zum Feiern veranstalten wir am 21. Oktober den Trainingsabend dieses Mal drei Stunden (20:00-23:00) zwischendurch mit Musik aus der Türkei und Niederlande zum Tanzen und nebenbei mit ein paar türkischen und holländischen Kleinigkeiten zum Naschen...
In der ersten Stunde tanzen wir fast nur zur klassischen Tangomusik und gegen Ende der ersten Stunde haben wir eine Tanda-voll argentinische Tangos, die von drei holländischen Orchester gespielt sind: 1) La Cumparsita (G.M.Rodríguez) von Sexteto Canyengue, 2) TBC (E.Donato) hören wir von Tango Dorado, und 3) Malena (L.Damare) von Quarteto Rotterdam (eine sehr schöne Aufnahme mit Solo-Klavier gespielt von Judy Ruks).
In folgenden zwei Stunden hören wir unter argentinischen Tangos auch
a) eine Tanda mit drei türkischen Tangos: 1) "Özleyis" (Sehnsucht), gespielt von Cihat Aşkın (Geige) ve Mehru Ensari (Piano); 2) "Mazi kalbimde bir yaradir" (Die Vergangenheit ist eine Wunde in meinem Herz) "orientalisiert" gespielt von İncesaz; und 3) "Ölsem de bir, kalsam da bir" (Es macht keinen Unterschied, ob ich sterbe oder weiter lebe), ein altes Pop-Lied als Tango interpretiert und gesungen von Zuhal Olcay;
b) das Lied "Kedim" (meine Katze) von Ezginin Günlüğü als Non-Tango;
c) und eine besondere Aufnahme von Oblivion (gespielt vom Istanbul Academia Project) als Neo-Tango, in der die Musik von Piazzolla mit der sufitischen Ney trifft;
Am Ende unseren letzten Vals-Tanda tanzen wir zu einem spanischen Vals, "Hijo De La Luna," gesungen von der holländischer Sängerin Loona.
Viel Spaß damit! ;)
Bei dieser Gelegenheit will ich aber natürlich ein paar "Dankeschön"Sätze aussprechen:
Wir schulden ein großes Dankeschön der 'el abrazo' Familie, Tamara, Dörte und Oliver, die uns den schönen Raum vom 'el abrazo' zur Verfügung gestellt haben.
Ich danke den Mit-Initierenden Tine und Pieter van Luipen, die nicht nur während meiner Abwesenheiten immer mich ersetzt und die Veranstaltung übernommen haben, sondern die mich auch im Hintergrund immer sehr gut unterstützt haben. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ich ohne ihre Unterstützung anfangen und weiter machen könnte.
Im Übrigen: Seitdem ich diese Blogseite eingerichtet habe, helfen mir netterweise zwei sehr gute Freunde von mir, Viktoria Knoll und David Lucius, bei der sprachliche Korrektur und Verbesserung dieser Seite, obwohl sie selbst mit dem Tango nichts zu tun haben. Ich danke Vicky und David vielmals für ihre nette Hilfe und ihre Mühe! (Alle Fehler, die Ihr immer noch hier seht, sind nur mein Schuld!)
Und das Wichtigste: Dieser Trainingsabend existiert einfach Dank seiner BesucherInnen, Dank Euch Lieben Tango-TänzerInnen, die wieder und wieder freitags ins 'el abrazo' zum Üben/Tanzen kommen. Ohne Eure Anwesenheit wäre der Trainingsabend schon seit langem abwesend.
Vielen vielen Dank Euch Allen! :-)
Bis Freitag,
Burak
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Tango Dorado,
Türkei,
Zuhal Olcay
Mittwoch, 5. Oktober 2011
...mit gitarren in die nacht...
Liebe Tango-TänzerInnen,
wenn man heute an Tango denkt, denkt man eher an den Klang des Bandoneons. Es ist ja auch natürlich so, weil es seit langem immer dabei ist, und weil sein Klang so genau dem Tango passt..
Aber inzwischen ist eine alte gute Freundin vom Tango "verdrängt," oder, besser gesagt, nach und nach im Hintergrund "verschwunden," obwohl sie ganz am Anfang, sogar vor dem Bandoneon, im Vordergrund dabei war: Die Gitarre.
Diesen Übergang erklärt Dieter Reichert mit folgenden Worten:
"
Die [...] Musikergruppen bestanden in der Frühzeit des Tango aus einem Trio in der Besetzung Querflöte, Geige und Gitarre [...].
[...]
Flöte und Gitarre waren um 1915 aus den Ensamles verdrängt. Die Flöte kontrastierte zu Stark mit dem Bandoneon, die Gitarre wurde vom klangmächtigeren Klavier abgelöst, wobei diese Ablösung den allgemeinen sozialen Wandel widerspiegelt. [...] Die Gitarre blieb dem Tango zunächst als Begleitinstrument der Sänger enthalten. Bis zum Aufkommen der Orchestersänger wurden sie von einem oder mehreren Gitarristen begleitet.
"
Ich will diesen Freitag der Gitarre dabei helfen, wenigstens ein Abend wieder in den Vordergrund zu rücken..
Wir laufen diesen Freitag mit den Gitarren in die Nacht..
Nach der ersten MilongaTanda hören wir am Freitag zunächst drei Tangos mit der Gitarre:
1) Erst hören wir Ventarrón (Pedro Maffia / José Horacio Staffolani) von einer jungen argentinischen Truppe, Quinteto Ventarrón, bestehend aus vier Gitarren und einem Kontrabass.
2) Als das zweite Lied kommt Cantando (Mercedes Simone), das von dem jungen Sänger Cristóbal Repetto - mit der Begleitung von einer Gitarren-Trio (bestehend aus Daniel Yaria, Martín Creixell und Javier Amoretti) und einem Geiger (Javier Casalla) - gesungen wurde.
3) Und der letzte Tango dieser Tanda ist Mama, yo quiero un novio (Ramón Collazo / Roberto Fontaina) und wir hören dieses Lied von Olga Delgrossi (1932-), "La Dama del Tango," begleitet von Julio Cobelli (Gitarre) und Waldemar Metediera (Bandoneon).
In unserem zweiten ValsTanda hören wir drei Walzer, die ausschließlich von "el Caballero Cantor" Ignacio Corsini gespielt und gesungen wurden:
1) No Quiero Ni Verte (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
2) La Pulpera de Santa Lucia (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
3) La Guitarrera de San Nicolás (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
In unserem zweiten MilongaTanda haben wir am Freitag natürlich auch sehr schöne Milongas mit der Gitarre:
1) Die erste Milonga ist La Trampera (Aníbal Troilo), die Aufnahme ist ein Gitarrenfest von einem tollen Gitarrist, Esteban Morgado.
2) Bei der zweiten Milonga, Milonga de Mis Amores (Pedro Laurenz), kommt der Gitarrist Armando de la Vega mit dem berühmten Bandoneon-Spieler Rodolfo Mederos zusammen.
3) Die dritte und letzte Milonga der Tanda ist El Porteñito (Ángel Villoldo), an dem zwei alte Freundinnen, die Gitarre (Cacho Tirao) und die Flöte (Julian Vat), wieder treffen.
An so einem Tag kommt unser Non-Tango von zwei großartigen Gitarristen: Mark Knopfler und Chet Atkins: Das Lied heißt Tears.
Und der Tango-Nuevo des Freitags ist Otra Luna von Carlos Libedinsky/Narcotango: An diesem Lied treffen sich die Gitarre, die Flöte und das Bandoneon in der neuen Art des Tangos.
Ein Freitag mit vielen Gitarren..
Viel Spaß! ;)
Bis Freitag,
Burak
wenn man heute an Tango denkt, denkt man eher an den Klang des Bandoneons. Es ist ja auch natürlich so, weil es seit langem immer dabei ist, und weil sein Klang so genau dem Tango passt..
Aber inzwischen ist eine alte gute Freundin vom Tango "verdrängt," oder, besser gesagt, nach und nach im Hintergrund "verschwunden," obwohl sie ganz am Anfang, sogar vor dem Bandoneon, im Vordergrund dabei war: Die Gitarre.
Diesen Übergang erklärt Dieter Reichert mit folgenden Worten:
"
Die [...] Musikergruppen bestanden in der Frühzeit des Tango aus einem Trio in der Besetzung Querflöte, Geige und Gitarre [...].
[...]
Flöte und Gitarre waren um 1915 aus den Ensamles verdrängt. Die Flöte kontrastierte zu Stark mit dem Bandoneon, die Gitarre wurde vom klangmächtigeren Klavier abgelöst, wobei diese Ablösung den allgemeinen sozialen Wandel widerspiegelt. [...] Die Gitarre blieb dem Tango zunächst als Begleitinstrument der Sänger enthalten. Bis zum Aufkommen der Orchestersänger wurden sie von einem oder mehreren Gitarristen begleitet.
"
Ich will diesen Freitag der Gitarre dabei helfen, wenigstens ein Abend wieder in den Vordergrund zu rücken..
Wir laufen diesen Freitag mit den Gitarren in die Nacht..
Nach der ersten MilongaTanda hören wir am Freitag zunächst drei Tangos mit der Gitarre:
1) Erst hören wir Ventarrón (Pedro Maffia / José Horacio Staffolani) von einer jungen argentinischen Truppe, Quinteto Ventarrón, bestehend aus vier Gitarren und einem Kontrabass.
2) Als das zweite Lied kommt Cantando (Mercedes Simone), das von dem jungen Sänger Cristóbal Repetto - mit der Begleitung von einer Gitarren-Trio (bestehend aus Daniel Yaria, Martín Creixell und Javier Amoretti) und einem Geiger (Javier Casalla) - gesungen wurde.
3) Und der letzte Tango dieser Tanda ist Mama, yo quiero un novio (Ramón Collazo / Roberto Fontaina) und wir hören dieses Lied von Olga Delgrossi (1932-), "La Dama del Tango," begleitet von Julio Cobelli (Gitarre) und Waldemar Metediera (Bandoneon).
In unserem zweiten ValsTanda hören wir drei Walzer, die ausschließlich von "el Caballero Cantor" Ignacio Corsini gespielt und gesungen wurden:
1) No Quiero Ni Verte (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
2) La Pulpera de Santa Lucia (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
3) La Guitarrera de San Nicolás (Enrique Maciel / Héctor Pedro Blomberg)
In unserem zweiten MilongaTanda haben wir am Freitag natürlich auch sehr schöne Milongas mit der Gitarre:
1) Die erste Milonga ist La Trampera (Aníbal Troilo), die Aufnahme ist ein Gitarrenfest von einem tollen Gitarrist, Esteban Morgado.
2) Bei der zweiten Milonga, Milonga de Mis Amores (Pedro Laurenz), kommt der Gitarrist Armando de la Vega mit dem berühmten Bandoneon-Spieler Rodolfo Mederos zusammen.
3) Die dritte und letzte Milonga der Tanda ist El Porteñito (Ángel Villoldo), an dem zwei alte Freundinnen, die Gitarre (Cacho Tirao) und die Flöte (Julian Vat), wieder treffen.
An so einem Tag kommt unser Non-Tango von zwei großartigen Gitarristen: Mark Knopfler und Chet Atkins: Das Lied heißt Tears.
Und der Tango-Nuevo des Freitags ist Otra Luna von Carlos Libedinsky/Narcotango: An diesem Lied treffen sich die Gitarre, die Flöte und das Bandoneon in der neuen Art des Tangos.
Ein Freitag mit vielen Gitarren..
Viel Spaß! ;)
Bis Freitag,
Burak
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R.Mederos,
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Mittwoch, 28. September 2011
Der Schmerz als der Treffpunkt
Liebe Tango-TänzerInnen,
nach Carvalho ist der Ursprung des portugiesische Fado das Meer:
"
(Pinto de Carvalho, 1904*)
Fado ist mit dem Meer verbunden, aber nicht nur durch Rythmus, der den Bewegungen des Meeres ähnelt, Fado ist auch ein Trauerlied, das von den Seemanns-Frauen gesungen wurde, deren Männer nicht vom Meer zurükkommen.
"
...
"
(Ilse Pollack, 'Dieia, die Fischerfrau'**)
-------
Trauer ist allerdings nur eine der vielen schmerzlichen Empfindungen, die zur Musikgattung des Fado gehören, der wie Tango eine städtische Volksmusik ("urban folk music") ist und dessen Ursprüngen im frühen achtzehnten Jahrhundert liegen. Das Wort, 'Fado,' kommt vom lateinischen fatum [Schicksal] und alle Spielarten des Schicksals greift diese Musik auf:
Der Fado lebt durch den Gesang. Wie Paul Vernon sagt, "the ability of the singer to communicate a range of emotions through the lyrics lies at the very heart of the genre," und "Saudade" (die portugiesische Art des Weltschmerzes) ist das Herz der Musik.
Aubrey Bell* beschreibt 1915 Saudade als "a vague and constant desire for something that does not and probably cannot exist [...]" und Rodney Gallop* ergänzt 1931 diese Erklärung mit den folgenden Worten:
"[S]uadade is yearning; yearning for something so indefine as to be indefinable; an unrestrained indulgence in yearning."
Trotz des Ozeans zwischen Argentinien und Portugal, und trotz aller Verschiedenheiten in der Musik erscheint (wenn nicht was anderes, dann mindestens) der Schmerz als der Treffpunkt von Fado und Tango...
Es gibt einige Fados, wie die Drei, die wir nach unserer ersten ValsTanda hören, zu denen wir Tango tanzen können... Und das werden wir diesen Freitag machen...
-------
Wenn man an Fado denkt, denkt man natürlich an die bedeutendste Sängerin dieser Art, an Amália Rodrigues (1920-1999), "Rainha do Fado" (Königin des Fado).
Und als das erste Lied unser FadoTanda hören wir Conta Errada von ihren unvergesslichen Stimme.
Nachdem Rodrigues 1999 in Lissabon gestorben ist, hat ihre Nachfolgerin während der zwei Galas zu Ehren von Amália Rodrigues erscheint: Mariza (1973)
Die nächste zwei Lieder unser FadoTanda kommen deswegen von Mariza: Loucura und Há Palavras Que Nos Beijam.
Bis Freitag,
Burak
-------
"
...
Zu mir kam der Mann nur einmal an die Tür, denn unser Haus hat nach vorn kein Fenster. Wir sprachen belanglose Dinge, aber ich merkte gleich, daß er mich nicht gern hatte. Die Liebe beginnt bei den Augen, über die Augen schleicht sie ins Herz, da bedarf es keiner Worte. Ich spürte, daß ich ihm gleichgültig war und daß er nicht wiederkommen würde.
So war es dann auch. Ich war nicht traurig, aber, wie soll ich es sagen, es flößte mir einen Widerwillen ein. Ich wollte keinen anderen mehr. Wenn der eine so ist, dass werden wohl alle so sein, dachte ich mir. Verrückt waren sie, die jungen Burschen, verrückt. Ich erfuhr nie mehr wieder etwas von ihm, die Leute erzählten später, er habe geheiratet, ein Mädchen aus reichem Haus.
...
"
(Ilse Pollack, 'Maria José**)
-------
* Vom Paul Vernons Buch. 'A History of the Portuguese Fado'
** Vom Ilse Pollacks Buch, 'FADO / Lebensbilder aus Portugal'
nach Carvalho ist der Ursprung des portugiesische Fado das Meer:
"
The Fado is of maritime origin, an origin which is confirmed by its rhythm, undulating as the cadenced movements of the wave, regular as the heaving of a ship, or as the beating of waves upon the shore.
"(Pinto de Carvalho, 1904*)
Fado ist mit dem Meer verbunden, aber nicht nur durch Rythmus, der den Bewegungen des Meeres ähnelt, Fado ist auch ein Trauerlied, das von den Seemanns-Frauen gesungen wurde, deren Männer nicht vom Meer zurükkommen.
"
...
Mein einziger Trost war, daß er an Land gestorben ist, denn wäre er auf dem Meer umgekommen, so hätte meine Trauer kein Ende gehabt bis zum heutigen Tag. Kein Mond durchbohrt mit seinen Strahlen das Wasser und zeigt uns, wie ein Mensch auf dem Grund des Meeres ruht. Der Sand dort soll weich und fein wie Goldstaub sein, und die Bäume größer als unsere ältesten Pinien hier. Anstatt der Vögel hüpfen Fische von Ast zu Ast, nur stumm sind sie und können nicht singen.
..."
(Ilse Pollack, 'Dieia, die Fischerfrau'**)
-------
Trauer ist allerdings nur eine der vielen schmerzlichen Empfindungen, die zur Musikgattung des Fado gehören, der wie Tango eine städtische Volksmusik ("urban folk music") ist und dessen Ursprüngen im frühen achtzehnten Jahrhundert liegen. Das Wort, 'Fado,' kommt vom lateinischen fatum [Schicksal] und alle Spielarten des Schicksals greift diese Musik auf:
"
Both words and music reflect
the abrupt turns of fickle fortune,
the evil destiny of the unfortunate,
the irony of fate,
the piercing pangs of love,
the poignancy of absence or despair,
the profound sobs of discouragement,
the sorrows of Saudade,
the caprices of the heart,
and those ineffable moments
when the souls of lovers descend to their lips and,
before flying back on high,
hover for an instant in a sweet embrace.
the abrupt turns of fickle fortune,
the evil destiny of the unfortunate,
the irony of fate,
the piercing pangs of love,
the poignancy of absence or despair,
the profound sobs of discouragement,
the sorrows of Saudade,
the caprices of the heart,
and those ineffable moments
when the souls of lovers descend to their lips and,
before flying back on high,
hover for an instant in a sweet embrace.
"
(Pinto de Carvallo, 1904)
Der Fado lebt durch den Gesang. Wie Paul Vernon sagt, "the ability of the singer to communicate a range of emotions through the lyrics lies at the very heart of the genre," und "Saudade" (die portugiesische Art des Weltschmerzes) ist das Herz der Musik.
Aubrey Bell* beschreibt 1915 Saudade als "a vague and constant desire for something that does not and probably cannot exist [...]" und Rodney Gallop* ergänzt 1931 diese Erklärung mit den folgenden Worten:
"[S]uadade is yearning; yearning for something so indefine as to be indefinable; an unrestrained indulgence in yearning."
Trotz des Ozeans zwischen Argentinien und Portugal, und trotz aller Verschiedenheiten in der Musik erscheint (wenn nicht was anderes, dann mindestens) der Schmerz als der Treffpunkt von Fado und Tango...
Es gibt einige Fados, wie die Drei, die wir nach unserer ersten ValsTanda hören, zu denen wir Tango tanzen können... Und das werden wir diesen Freitag machen...
-------
Wenn man an Fado denkt, denkt man natürlich an die bedeutendste Sängerin dieser Art, an Amália Rodrigues (1920-1999), "Rainha do Fado" (Königin des Fado).
Und als das erste Lied unser FadoTanda hören wir Conta Errada von ihren unvergesslichen Stimme.
Nachdem Rodrigues 1999 in Lissabon gestorben ist, hat ihre Nachfolgerin während der zwei Galas zu Ehren von Amália Rodrigues erscheint: Mariza (1973)Die nächste zwei Lieder unser FadoTanda kommen deswegen von Mariza: Loucura und Há Palavras Que Nos Beijam.
Bis Freitag,
Burak
-------
"
...
Zu mir kam der Mann nur einmal an die Tür, denn unser Haus hat nach vorn kein Fenster. Wir sprachen belanglose Dinge, aber ich merkte gleich, daß er mich nicht gern hatte. Die Liebe beginnt bei den Augen, über die Augen schleicht sie ins Herz, da bedarf es keiner Worte. Ich spürte, daß ich ihm gleichgültig war und daß er nicht wiederkommen würde.
So war es dann auch. Ich war nicht traurig, aber, wie soll ich es sagen, es flößte mir einen Widerwillen ein. Ich wollte keinen anderen mehr. Wenn der eine so ist, dass werden wohl alle so sein, dachte ich mir. Verrückt waren sie, die jungen Burschen, verrückt. Ich erfuhr nie mehr wieder etwas von ihm, die Leute erzählten später, er habe geheiratet, ein Mädchen aus reichem Haus.
...
"
(Ilse Pollack, 'Maria José**)
-------
* Vom Paul Vernons Buch. 'A History of the Portuguese Fado'
** Vom Ilse Pollacks Buch, 'FADO / Lebensbilder aus Portugal'
Mittwoch, 14. September 2011
Die Romanze und die Sprache
Liebe Tango-TänzerInnen,
wenn der Moment kommt, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob man "Seni seviyorum" sagt, oder "Ich liebe dich;" denn was zählt ist das Herz, das in den Worten liegt, nicht die Worte selbst. Letztendlich fängt die Poesie der Liebe da an, wo die Worte nicht mehr Worte sind, sondern pure Gefühle, die auch (und sogar besser) von den Blicken, Berührungen übersetzt, vermittelt werden...
Wenn es ums TangoTanzen geht, gilt dasselbe. Nur fungiert hier die Musik als Übersetzer, als schönster Vermittler aller Gefühle. Wir wissen immer, worum es in einem Lied geht, auch wenn wir nicht wissen, was dessen Worte sagen. Und wir brauchen die Noten nicht zu kennen, um das darin versteckte Gefühl zu erkennen. Die Melodie führt uns in eine andere Welt, eine Welt der Erhabenheit, wo wir vielleicht auch mal waren oder bereits sind oder wohin wir gehen... Das Leben, wie wir es empfinden...
Ich lade Euch aber diese Woche ein, auf Deutsch romantisch zu sein, auf der Sprache, die wir alle verstehen.. Nach vielen musikalischen Reisen durch die Musikwelt der Weltmusik, die wir zusammen gemacht haben, besuchen wir an diesem Freitag das Land, in dem wir leben, auf musikalischem Wege.
Dafür habe ich diese Woche zwei Lieder auf der Liste:
1) Bei unserer ersten ValsTanda hören wir als das letztes Stück "Romantik" von Queen Bee, ein Musikduo, bestehend aus Ina Müller und Edda Schnittgard. Das Lied ist einfach eine Einladung zur Romanze:
2) Das zweite Stück kommt von einer bunten zwölfköpfigen Musiktruppe aus Berlin, 17 Hippies; das Lied heißt "Adieu" und es ist eine Milonga. Dieses Lied, das wir als das letzte Stück der zweiten MilongaTanda hören, erzählt uns etwas, das wir alle ganz genau wissen, nämlich dass man nicht so leicht "Adieu" sagen kann:
Ich wünsche Euch viele Liebesmomente, die nie reichen.. Wie Cemal Süreya in seinem Gedicht 'Aşk' (Die Liebe), so süß sagt:
Bis Freitag,
Burak
wenn der Moment kommt, macht es eigentlich keinen Unterschied, ob man "Seni seviyorum" sagt, oder "Ich liebe dich;" denn was zählt ist das Herz, das in den Worten liegt, nicht die Worte selbst. Letztendlich fängt die Poesie der Liebe da an, wo die Worte nicht mehr Worte sind, sondern pure Gefühle, die auch (und sogar besser) von den Blicken, Berührungen übersetzt, vermittelt werden...
Wenn es ums TangoTanzen geht, gilt dasselbe. Nur fungiert hier die Musik als Übersetzer, als schönster Vermittler aller Gefühle. Wir wissen immer, worum es in einem Lied geht, auch wenn wir nicht wissen, was dessen Worte sagen. Und wir brauchen die Noten nicht zu kennen, um das darin versteckte Gefühl zu erkennen. Die Melodie führt uns in eine andere Welt, eine Welt der Erhabenheit, wo wir vielleicht auch mal waren oder bereits sind oder wohin wir gehen... Das Leben, wie wir es empfinden...
Ich lade Euch aber diese Woche ein, auf Deutsch romantisch zu sein, auf der Sprache, die wir alle verstehen.. Nach vielen musikalischen Reisen durch die Musikwelt der Weltmusik, die wir zusammen gemacht haben, besuchen wir an diesem Freitag das Land, in dem wir leben, auf musikalischem Wege.
Dafür habe ich diese Woche zwei Lieder auf der Liste:
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| Queen Bee |
"
...
Lass uns bitte,
bitte beide romantisch sein
komm, volle Kanne Kerzenschein
ein Abend voller Poesie,
volle Kanne Hölderlin
und die Diskussion,
ob nun Berlin oder
ob nun Hamburg wirklich
was zu bieten hat
und Recht bekommt dann der,
der länger küssen kann
...
"
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| 17 Hippies |
"
Ich bin gekommen, um Adieu zu sagen,
die andern sind schon vor und warten,
doch dein Duft bleibt in der Luft zurück.
Ich nehm’ mit, was keiner sagen kann,
da keiner so nah dran wie ich dich spür’,
als wärst du hier.
...
Ich bin gekommen, um Adieu zu sagen,
die andern sind schon vor und warten.
Nun bleib’ ich von dir verführt zurück.
Nimm’ mich mit, ich lass das alles hier,
du gehst vor, ich folge dir.
Wir sind zurück, wenn’s dunkel wird.
...
"
Ich wünsche Euch viele Liebesmomente, die nie reichen.. Wie Cemal Süreya in seinem Gedicht 'Aşk' (Die Liebe), so süß sagt:
"
...
Seni bir kere öpsem ikinin hatrı kalıyordu
İki kere öpeyim desem üçün boynu bükük
...
"
["...
Als ich dich einmal küsste, wurde die Zwei verletzt
Als ich tat dich zweimal küssen, [wurde] die Drei mutlos
..."]
(Übersetzung: Burak Kara)
Bis Freitag,
Burak
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