Liebe Tango-TänzerInnen,
wie ich schon angekündigt habe, besteht die Musik an diesem Freitag ausschließlich aus traditionellen Aufnahmen, aber mit einer besonderen Gestaltung der Musikliste: Wir tanzen durch die Tangogeschichte, von den 30ern in die 50er Jahre.
Seit langem hatte ich diese Idee und jetzt versuche ich es mal:
Dreißig Jahre Tangogeschichte (chronologisch sortiert nach Jahrzehnten):
Jedes Jahrzehnt wird repräsentiert durch vierzehn Aufnahmen von zehn bis zwölf unterschiedlichen Orchestern:
Acht Tangos in zwei Tandas und danach drei Milongas und drei Tango-Walzer jeweils in einer kleinen Tanda. Wieder mit den wohlberühmten Glocken zwischendurch. :-)
(!) Ich lege nicht unbedingt die berühmtesten Lieder/Aufnahmen der Zeit auf, denn die könnt Ihr ja sowieso fast bei jeder Milonga hören und zu ihnen tanzen. Ich habe mich eher darauf konzentriert, Euch den Zeitgeist der jeweiligen Jahrzehnte vorzustellen.
So könnt Ihr die Änderungen und Kontinuitäten in einer Tradition während ihrer goldenen Zeiten erleben..
Zum Schluß kommen noch zwei besondere Lieder der vorherigen zwei Jahrzehnte:
Die ersten Aufnahmen von
1) Mala Junta, von De Caro und Laurenz, aus dem Jahre 1927
und
2) La Cumparsita (Gerardo H. M. Rodríguez) , gespielt von Roberto Firpo, aus den Jahren 1916/1917
Eine "historische" Tanzerfahrung wartet auf Euch! ;)
Viel Spaß damit!
Beste Grüße,
Burak
Mittwoch, 29. Juni 2011
Mittwoch, 15. Juni 2011
"milonga caribeña"
Liebe Tango-TänzerInnen,
es ist ja weiter Sommer und deswegen sind wir auch an diesem Freitag (den 17.Juni) wieder am Meer. Aber wir wechseln dieses Mal den Kontinent: Vom Ägäischen Meer fliegen wir zum Karibischen Meer.
Ehrlich gesagt, war es keine leichte Aufgabe in diesem Raum der polyrhythmischen Musik, einpaar Lieder mit einem vernünftigen Rhythmus-Muster zu finden. Diese Region ist eine verrückte Rhytmuswelt! :D
Es ist mir aber doch gelungen, einige seltene Exemplare zu finden, zu denen man Milonga tanzen kann und aus denen ich eine karibische Milonga-Tanda mache..
So sieht am Ende unsere musikalische Reise in die Karibik aus:
Wir landen zunächst in Haiti, wo wir mit einem Tap-tap durch das Land fahren, während wir zur Musik von Ti-Coca Milonga tanzen.. ;)
es ist ja weiter Sommer und deswegen sind wir auch an diesem Freitag (den 17.Juni) wieder am Meer. Aber wir wechseln dieses Mal den Kontinent: Vom Ägäischen Meer fliegen wir zum Karibischen Meer.
Ehrlich gesagt, war es keine leichte Aufgabe in diesem Raum der polyrhythmischen Musik, einpaar Lieder mit einem vernünftigen Rhythmus-Muster zu finden. Diese Region ist eine verrückte Rhytmuswelt! :D
Es ist mir aber doch gelungen, einige seltene Exemplare zu finden, zu denen man Milonga tanzen kann und aus denen ich eine karibische Milonga-Tanda mache..
So sieht am Ende unsere musikalische Reise in die Karibik aus:
Wir landen zunächst in Haiti, wo wir mit einem Tap-tap durch das Land fahren, während wir zur Musik von Ti-Coca Milonga tanzen.. ;)
![]() |
| Tap-tap, public transportation in Haiti |
Nach zwei Tänzen in Haiti schwimmen wir zu einem zauberhaften Strand in Kolumbien, zu unserer nächsten und letzten Station dieser musikalischen Reise.. Eine sehr beliebte Sängerin dieses Landes, Toto La Momposina singt ein schönes Lied für uns und wir tanzen weiter Milonga dazu.. ;)
![]() |
| Arrecifes beach in the Tayrona National Park in Santa Marta, Colombia |
So ist es...
Ja, was soll ich sagen..?.. Eine richtig sommerliche Milonga-Tanda beim Trainingsabend am Freitag!
¡Ay, caramba! - "Milonga Caribeña" :D
Viel Spaß damit!
Bis Freitag,
Burak
Labels:
Besonderheiten,
Haiti,
Karibik,
Kolumbien,
Milonga,
Tap-tap,
Ti-Coca,
Toto La Momposina
Mittwoch, 8. Juni 2011
Auf die Ägäis!
Liebe Tango-TänzerInnen,
wie einige von Euch schon wissen, bin ich in Izmir, also am Ägäischen Meer, geboren und aufgewachsen. Nach sieben Jahren in Ankara, ohne Meer, bin ich so glücklich in Hamburg, (nicht nur aber auch) weil ich wieder Wasser, Hafen, Schiffe und Möwen habe.. :-)
Am Freitag (10.Juni) stelle ich für 8 Minuten und 22 Sekunden eine imaginäre Insel auf die Ägäis, die keinem Land gehört, und die keine Grenzen kennt, auf der nur die schönen Tango-Schritte erlaubt sind..
Und zwei beliebte Sängerinnen von den beiden Küsten, Χάρις Αλεξίου (Haris Alexiou) und Sezen Aksu kommen für uns auf dieser Insel nochmals* zusammen und singen Ägäisch, dazu wir Argentinisch tanzen werden.. ;)
Erst hören wir ein Lied von Haris Alexiou, deren Großeltern 1924 von Izmir nach Theben emigrieren mußten, wo sie geboren ist:
Όταν πίνει μια γυναίκα (Otan pinei mia gynaika)
["Wenn eine Frau trinkt"]
Das zweite Lied kommt von Sezen Aksu, die in Denizli geboren aber im Alter von 3 Jahren nach Izmir gekommen und dort aufgewachsen ist:
Kalbim Ege'de kaldı
["Mein Herz ist bei der Ägäis geblieben"]
Viel Spaß damit! ;)
Bis Freitag,
Burak
*Nach dem Erdbeben von Gölcük (1999) hatten sie zusammen in Istanbul, Atina und Izmir HilfsKonzerte gemacht.
wie einige von Euch schon wissen, bin ich in Izmir, also am Ägäischen Meer, geboren und aufgewachsen. Nach sieben Jahren in Ankara, ohne Meer, bin ich so glücklich in Hamburg, (nicht nur aber auch) weil ich wieder Wasser, Hafen, Schiffe und Möwen habe.. :-)
Am Freitag (10.Juni) stelle ich für 8 Minuten und 22 Sekunden eine imaginäre Insel auf die Ägäis, die keinem Land gehört, und die keine Grenzen kennt, auf der nur die schönen Tango-Schritte erlaubt sind..
Und zwei beliebte Sängerinnen von den beiden Küsten, Χάρις Αλεξίου (Haris Alexiou) und Sezen Aksu kommen für uns auf dieser Insel nochmals* zusammen und singen Ägäisch, dazu wir Argentinisch tanzen werden.. ;)
![]() |
| Aegean Sea in the Kitab-ı Bahriye (Book of Navigation) of Piri Reis |
Erst hören wir ein Lied von Haris Alexiou, deren Großeltern 1924 von Izmir nach Theben emigrieren mußten, wo sie geboren ist:
Όταν πίνει μια γυναίκα (Otan pinei mia gynaika)
["Wenn eine Frau trinkt"]
Das zweite Lied kommt von Sezen Aksu, die in Denizli geboren aber im Alter von 3 Jahren nach Izmir gekommen und dort aufgewachsen ist:
Kalbim Ege'de kaldı
["Mein Herz ist bei der Ägäis geblieben"]
Viel Spaß damit! ;)
Bis Freitag,
Burak
*Nach dem Erdbeben von Gölcük (1999) hatten sie zusammen in Istanbul, Atina und Izmir HilfsKonzerte gemacht.
Labels:
Ägäis,
Besonderheiten,
Griechenland,
Haris Alexiou,
Izmir,
Piri Reis,
Sezen Aksu,
Türkei
Mittwoch, 1. Juni 2011
Walzen in russischer Zigeuner-Art
Liebe Tango-TänzerInnen,
diesen Freitag (3.Juni) walzen wir in russischer Zigeuner-Art, weil eine aus drei virtuosen Musiker bestehende Gruppe aus Russland, Loyko, am Freitag für uns einen schönen Zigeuner-Walzer spielt.. :)
Das ist der 'verrückte' Meister Sergey Erdenko von Loyko:
Dann spielt eine junge Gruppe aus Argentinien, Sexteto Milonguero, für uns einen Tango-Vals aus den 1940er Jahren: "Romance de barrio"
Der Liedtext wurde von Homero Manzi (1907 - 1951) geschrieben. Wie Julio Nudler sagt, "He was a poet who never published a book of poems", der aber die Texte von vielen bekannten Liedern, wie 'Malena' und 'Milonga Sentimental', geschrieben hat. Mit seinem Text von "Romance de barrio" erzählt er uns eine traurige Liebesgeschichte:
"
...
Primero un querer, después un dolor,
por culpas que nunca tuvimos,
por culpas que debimos sufrir los dos.
Hoy vivirás despreciándome,
tal vez sin soñar que lamento
al no poderte tener el dolor de no saber olvidar.
Hoy estarás como nunca lejos mío,
lejos de tanto llorar.
...
"
[...
Zuerst ein Lieben, danach ein Schmerz,
wegen der Schuld, die wir nicht hatten,
wegen der Schuld, die wir erdulden mußten.
Heute wirst Du leben, mich verachtend,
vielleicht ohne Dir zu erträumen, daß ich darüber klage,
Dich nicht haben zu können, nicht zu wissen, den Schmerz zu vergessen.
Heute wirst Du so weit weg von mir sein wie noch nie,
weit weg von soviel Weinen.
...]
(Übersetzung von Andrés Fragoso und Frank Schladitz)
Die Komposition dieses schönen Tango-Valses geht auf einen der größten Akteure der Tango-Geschichte zurück: Anibal Troilo (1914 - 1975).
Ein wichtiger Bandoneonist der jüngeren Generation, Néstor Marconi (1942-), erinnert sich: "Troilo said that his bandoneón was a cage, filled with notes that were birds, which he liked to set free when he played". :)
Zum Abschluß der Tanda spielt eine andere junge Gruppe, El Arranque, für uns einen Tango-Vals von Francisco Peña: "A mi madre".
Viel Spaß damit! ;)
Bis Freitag,
Burak
Mittwoch, 25. Mai 2011
Tang-o-per
Liebe Tango-TänzerInnen,
der berühmte uruguayische Bassbariton Erwin Schrott macht einen interessanten Vergleich zwischen der Oper und dem Tango:
„In opera the tenor falls in love with the soprano. Then the baritone kills the tenor, and the soprano falls ill and dies. At the end the baritone is alone. This is exactly what happens in tango – but in one and half minutes. The whole drama is played out in miniature with endless passion and intensity.“
In seinem letzten Album „Rojotango“ ist Erwin Schrott mit dem berühmten argentinischen Tango-Pianisten Pablo Ziegler (der auch von 1978 bis 1989 Astor Piazzollas Pianist war) zusammen gekommen und hat für uns Tangos gesungen.. So verbindet sich die schöne Musik des Tangos mit einem Opernsänger von höchster Qualität.
Jetzt sind wir dran, dazu zu tanzen.. ;)
Diese Woche (am 27. Mai) spiele ich nach unserem Tango-Nuevo Lied auch zwei Liedern von diesem Album:
"
...
Chiquilin,
dame un ramo de voz,
así salgo a vender
mis vergüenzas en flor.
Baleáme con tres rosas
que duelan a cuenta
del hambre que no te entendí,
Chiquilin.
...
"
[... Kleiner,
gib mir diese Blumen,
und ich werde mit ihrer Stimme
meine Blühende Scham verkaufen.
Schieße auf mich mit drei Rosen,
die mich schmerzen für den Hunger,
den ich in dir nicht verstanden habe,
Kleiner.
...]
und (2)
Saveiros [Fischerboote] - D.Caymmi
"
...
Quantas histórias pra contar
em cada vela que aparece,
um canto de alegria
de quem venceu o mar.
...
"
[...
Wie viele Geschichten gibt es zu erzählen
von jedem Segel, das sich zeigt!
Ein Freudengesang derer,
die das Meer bezwangen.
...]
der berühmte uruguayische Bassbariton Erwin Schrott macht einen interessanten Vergleich zwischen der Oper und dem Tango:
„In opera the tenor falls in love with the soprano. Then the baritone kills the tenor, and the soprano falls ill and dies. At the end the baritone is alone. This is exactly what happens in tango – but in one and half minutes. The whole drama is played out in miniature with endless passion and intensity.“
In seinem letzten Album „Rojotango“ ist Erwin Schrott mit dem berühmten argentinischen Tango-Pianisten Pablo Ziegler (der auch von 1978 bis 1989 Astor Piazzollas Pianist war) zusammen gekommen und hat für uns Tangos gesungen.. So verbindet sich die schöne Musik des Tangos mit einem Opernsänger von höchster Qualität.
Jetzt sind wir dran, dazu zu tanzen.. ;)
Diese Woche (am 27. Mai) spiele ich nach unserem Tango-Nuevo Lied auch zwei Liedern von diesem Album:
(1)
Chiquilín de Bachín [Der kleine Junge im Bachín] - A.Piazzolla
Chiquilín de Bachín [Der kleine Junge im Bachín] - A.Piazzolla
"
...
Chiquilin,
dame un ramo de voz,
así salgo a vender
mis vergüenzas en flor.
Baleáme con tres rosas
que duelan a cuenta
del hambre que no te entendí,
Chiquilin.
...
"
[... Kleiner,
gib mir diese Blumen,
und ich werde mit ihrer Stimme
meine Blühende Scham verkaufen.
Schieße auf mich mit drei Rosen,
die mich schmerzen für den Hunger,
den ich in dir nicht verstanden habe,
Kleiner.
...]
und (2)
Saveiros [Fischerboote] - D.Caymmi
"
...
Quantas histórias pra contar
em cada vela que aparece,
um canto de alegria
de quem venceu o mar.
...
"
[...
Wie viele Geschichten gibt es zu erzählen
von jedem Segel, das sich zeigt!
Ein Freudengesang derer,
die das Meer bezwangen.
...]
Viel Spaß damit! ;)
Bis Freitag,
Burak
Mittwoch, 18. Mai 2011
Back to the roots!
Liebe Tango-TänzerInnen,
diese Woche (am 20.Mai) spiele ich auch eine 'Non-Milonga', ein schönes Lied aus Mali, eine moderne Aufnahme mit einem klaren Milonga-Muster. Ich nenne es deswegen heute ganz unkreativ "Ma-longa".. :-)
Wie man auf Latein so schön sagt: "vita brevis, ars longa" ["Das Leben (ist) kurz, die Kunst (ist) lang"] (Hippokrates). Lasst uns möglichst viel von der "ars longa" profitieren! ;)
Obwohl Hippokrates danach auch "occasio praeceps, experimentum periculosum, iudicium difficile" ("opportunity fleeting, experiment dangerous, judgment difficult") gesagt hat, glaube ich, dass wir keine Angst vorm "gefährlichen" Experimentieren haben, wenn wir die "geringe" Gelegenheit dafür finden.. Dann fällt uns die Entscheidung nicht so "schwer", oder?
Nach diesem Lied aus Mali spiele ich auch zwei alte Milongas von (dem Poet und Musiker) Ángel Villoldo (1868-1919), der Komponist des wohlberühmten „El Choclo“. Néstor Pinsón beschreibt ihn als „the great transformer of the Spanish tanguillos, the cuplés, the habaneras, turning those musics into a River Plate rhythm“.
Die Aufnahmen, die ich am Freitag auflege, sind aber von einer jungen Truppe aus Buenos Aires: La Chicana. Besonders bemerkenswert ist, dass hier zwei Instrumente (sogar ohne weitere Unterstützung) wieder in den Vordergrund rücken, die ihre zentrale Rolle im Tango inzwischen leider verloren haben: Die Querflöte und die Gitarre.
Also haben wir Afrika, Flöte und Gitarre in einer Milonga-Tanda..
"Back to the roots", sozusagen.. ;)
Viel Spaß damit!
Bis Freitag,
Burak
diese Woche (am 20.Mai) spiele ich auch eine 'Non-Milonga', ein schönes Lied aus Mali, eine moderne Aufnahme mit einem klaren Milonga-Muster. Ich nenne es deswegen heute ganz unkreativ "Ma-longa".. :-)
Wie man auf Latein so schön sagt: "vita brevis, ars longa" ["Das Leben (ist) kurz, die Kunst (ist) lang"] (Hippokrates). Lasst uns möglichst viel von der "ars longa" profitieren! ;)
Obwohl Hippokrates danach auch "occasio praeceps, experimentum periculosum, iudicium difficile" ("opportunity fleeting, experiment dangerous, judgment difficult") gesagt hat, glaube ich, dass wir keine Angst vorm "gefährlichen" Experimentieren haben, wenn wir die "geringe" Gelegenheit dafür finden.. Dann fällt uns die Entscheidung nicht so "schwer", oder?
Nach diesem Lied aus Mali spiele ich auch zwei alte Milongas von (dem Poet und Musiker) Ángel Villoldo (1868-1919), der Komponist des wohlberühmten „El Choclo“. Néstor Pinsón beschreibt ihn als „the great transformer of the Spanish tanguillos, the cuplés, the habaneras, turning those musics into a River Plate rhythm“.
Die Aufnahmen, die ich am Freitag auflege, sind aber von einer jungen Truppe aus Buenos Aires: La Chicana. Besonders bemerkenswert ist, dass hier zwei Instrumente (sogar ohne weitere Unterstützung) wieder in den Vordergrund rücken, die ihre zentrale Rolle im Tango inzwischen leider verloren haben: Die Querflöte und die Gitarre.
Also haben wir Afrika, Flöte und Gitarre in einer Milonga-Tanda..
"Back to the roots", sozusagen.. ;)
Viel Spaß damit!
Bis Freitag,
Burak
Labels:
Afrika,
Angel Villoldo,
Besonderheiten,
Flöte,
Gitarre,
Hippokrates,
La Chicana,
Mali,
Milonga
Abonnieren
Posts (Atom)



